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Scharf: „Kinderschutz betrifft uns alle“

Familienministerin tauscht sich mit Unabhängiger Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen aus

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Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf hat sich mit der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), Kerstin Claus, im Bayerischen Sozialministerium ausgetauscht.

Ministerin Scharf ging auf den Kinderschutz in Bayern ein: „Kinderschutz ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft und steht ganz oben auf der Agenda der Staatsregierung. Eltern, Familie, Jugendhilfe, Justiz, Polizei, aber auch Schule, Gesundheitsbereich und Sport müssen zusammenarbeiten. Unser Bayerisches Gesamtkonzept zum Kinderschutz setzt auf frühzeitige Unterstützung und eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Beteiligten, um Missbrauch früh zu erkennen. Auch im digitalen Raum brauchen Kinder und Jugendliche Schutz vor Gewalt. Plattformanbieter müssen Dienste von Anfang an sicher und altersgerecht gestalten. Wir dürfen beim Schutz unserer Kinder und Jugendlichen nicht lockerlassen. Das gilt online wie offline. Bund und Land können den Kinderschutz weiter verbessern. Das gilt insbesondere für das Anliegen, Schutz- und Beteiligungskonzepte auch außerhalb der Jugendhilfe weiter zu stärken.“

Für Scharf steht fest, dass verbindliche Schutzkonzepte überall, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten, umgesetzt werden müssen. Auf Landesebene unterstütze man daher Einrichtungen bei der Umsetzung – im Heimbereich beispielsweise durch die landesweite Fortbildungsreihe „PräviKIBS“ und die Kitas mit dem „Leitfaden zur Sicherung des Schutzauftrags in Kindertageseinrichtungen – Schwerpunkt: Prävention Kita-interner Gefährdungen“. Für die Jugendarbeit bietet der Bayerische Jugendring mit der Fachberatung „Prätect“ umfassende Unterstützung und Beratung zur Prävention sexualisierter Gewalt.

Zentrale Bausteine des Bayerischen Gesamtkonzepts zum Kinderschutz sind u. a. das seit 2009 bestehende KoKi-Förderprogramm das bundesweit Standards gesetzt und in Bayern dazu beigetragen hat, flächendeckend interdisziplinäre „Netzwerke frühe Kindheit“ zu etablieren. Mit der Bayerischen Kinderschutzambulanz gibt es ein landesweites Kompetenzzentrum, das an der Schnittstelle von Gesundheitsbereich und Jugendhilfe interdisziplinäre Handlungssicherheit schafft. Ziel ist es, Verletzungen von Kindern schnell zu klären und richtig einzuordnen. Seit 1. Juli ist außerdem die Bayerische Zentrale Kinderschutz-Hotline unter der Nummer 0800 8888 004 beim Landesjugendamt (ZBFS-BLJA) erreichbar. Sie ist Ansprechstelle für Kinder und Jugendliche, aber auch für alle anderen Personen, denen Anhaltspunkte für die Gefährdung des Kindeswohls bekannt werden. Speziell geschulte Fachkräfte beraten und vermitteln in das bestehende enge Netz an Hilfesystemen, insbesondere zum zuständigen Jugendamt.