Hauptinhalt

Hintergrund

Die vielen Formen der Gewalt

Häusliche Gewalt nennt man Gewalt, die in der Ehe, Partnerschaft oder Familie stattfindet – oder auch zwischen Menschen, die nach einer Trennung nicht mehr unter einem Dach leben. Selten kommt es zu spontaner Gewalt; oft stellt sie einen Machtfaktor dar und dient dazu, die Kontrolle und Beherrschung in einer Partnerschaft zu erlangen oder zu behalten. In 80 % der Fälle wird die häusliche Gewalt durch Männer ausgefügt.

Meist denken wir beim Stichwort „Gewalt“ an körperliche Gewalt, doch auch psychische und sexualisierte Gewalt zählen dazu, denn auch sie hinterlassen sichtbare und vor allem unsichtbare Spuren. Meist bleibt es nicht bei einer Form von Gewaltanwendung, sondern es kommt zu Überschneidungen der verschiedenen Formen.

Gewalt kommt in den besten Familien vor und macht weder vor Bildung noch vor Wohlstand Halt. In Haushalten mit schwieriger Einkommenssituation zeigt sich zwar, dass sich dort das Risiko für eine eventuelle Gewaltanwendung insgesamt erhöht. Doch tatsächlich ausgeführte Gewalt kommt in allen Schichten etwa zu gleichen Anteilen vor. Lediglich die Motivation für die gewaltsamen Übergriffe unterliegt unterschiedlichen Beweggründen.

Näheres zur Häuslichen und anderen Formen von Gewalt finden Sie auf unserem Online-Portal: https://bayern-gegen-gewalt.de/gewalt-infos-und-einblicke/formen-von-gewalt/haeusliche-gewalt/ 

Inhalte der Ausstellung

Wanderausstellung „Häusliche Gewalt LOSwerden“

Die Wanderausstellung „Häusliche Gewalt LOSwerden“ informiert und sensibilisiert durch ihre verschiedenen Elemente die Besucherinnen und Besucher nicht nur, sondern holt sie auch emotional in das Thema. Die Motive und 3D-Elemente auf den Wandmodulen erwecken auf den ersten Blick den Eindruck, einen Raum mit einer Ausstellung z.B. zu Designthemen zu betreten. Doch durch die Fließtexte und Zitate, die die Motive ergänzen, werden die Besucherinnen und Besucher beim Näherkommen überrascht. Erst jetzt entdecken sie, welches Thema die Ausstellung tatsächlich hat und dass von den verschiedenen Formen häuslicher Gewalt alle Personengruppen in einem Haushalt betroffen sein können. Durch die 3D-Elemente, die herausragen, wird die Wirkung der Ausstellung verstärkt und die Besucherinnen und Besucher werden „ins Bild hineingezogen“. Die Botschaft wird buchstäblich greifbar und bleibt somit stärker in Erinnerung der Besucherinnen und Besucher.

Erfahren Sie einen Einblick auch auf dieser Website, indem Sie mit dem Mauszeiger über das obere Bildmotiv gehen.

Die 6 Wandmodule haben jeweils zwei Gestaltungsflächen. Drei von den Gestaltungsflächen widmen sich dem Thema „Häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen“. Eine Gestaltungsfläche dient als allgemeines Info-Board zum Thema „Häusliche Gewalt“. Jeweils ein weiteres Wandmodul mit zwei Gestaltungsflächen führt in die Themen „Häusliche Gewalt gegen Männer“ bzw. „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ ein und zeigt die Hilfe- und Unterstützungsangebote auf. Das Impuls-Modul, der hinter einem schweren Vorhang verborgen ist, verstärkt die Wirkung durch die irritierenden Geräusche, die hinter dem Vorhang beim Annähern der Besucherinnen und Besucher ertönen. Findet hier gerade Gewalt statt – oder nur ein wildes Kinderspiel, ein Umzug, ein sehr energischer Großputz? Das bleibt zunächst unklar. Wer aber einen „Blick dahinter“ wagt, findet einen Dank für das Hinschauen und Infomaterialien. Die Rückseite das Impuls-Modul beinhaltet Informationen zum Konzept „Bayern gegen Gewalt“ und gibt Informationen über die wichtigsten bayernweiten bzw. bundesweiten Hotlines für von Gewalt betroffene Personen. Das letzte Wandmodul ermutigt abschließend mit Zitaten und auch Infomaterialien Betroffene und auch Interessierte, sich gegen die erlebte Gewalt bzw. Gewalt in ihrem Umfeld zu stellen und sie nicht hinzunehmen.

Wer sich noch ausführlicher informieren möchte, kann dies anhand der ausliegenden Broschüre mit detaillierten Informationen sowie durch QR-Codes verlinkte Informationen auf www.bayern-gegen-gewalt.de.

Hilfsangebote

Es gibt zahlreiche Hilfsangebote für Betroffene von häuslicher Gewalt: von Frauenhäusern über Notrufe bis hin zu verschiedenen Beratungsstellen und Schutzwohnungen für Männer. Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass viele Betroffene zu wenig von diesen Hilfsangeboten wissen, ein ganzes Drittel überhaupt keine Kenntnis davon hat und sich infolgedessen der Gewalt völlig ausgeliefert fühlt.

Doch selbst wenn Hilfsangebote bekannt sind, gibt es verschiedene Gründe, weshalb betroffene Personen sie nicht in Anspruch nehmen: sie bagatellisieren die Gewalthandlungen und sind der Meinung, sie seien „nicht der Rede wert“. Auch Scham ist ein ganz wesentlicher Faktor, ebenso wie Angst vor der Rache des Täters bzw. der Täterin.

Grundsätzlich zeigt sich, dass das kulturelle und soziale Umfeld eine erhebliche Rolle spielt, ob Hilfsangebote bekannt sind und auch genutzt werden. Zum Beispiel wenden sich Migrantinnen, die stark vom traditionellen Rollenverhalten beeinflusst sind, erst bei sehr schwerer körperlicher oder sexueller Gewalt an Hilfseinrichtungen.

Wichtig ist es, die Hemmschwellen gegenüber den bestehenden Angeboten abzubauen. Denn selbst wenn z.B. betroffene Frauen theoretisch schon von Frauenhäusern gehört haben, besitzen sie oft eine falsche Vorstellung von diesen Einrichtungen oder es ist ihnen nicht bewusst, dass auch sie selbst dort Hilfe finden können. Dabei können sprachliche Barrieren meist überwunden werden. Die Beratung im Frauenhaus oder bei der Fachberatungsstelle kann durch die Zusammenarbeit mit Dolmetschenden in vielen verschiedenen Sprachen und auch mit Gebärdensprache stattfinden. Und auch Männer suchen selten Beratung und Hilfe. Oft aus Scham: Der Mythos vom „starken Mann“ hält sich hartnäckig. Niederschwellige Angebote erleichtern es ihnen, Unterstützung zu suchen.

Mehr zu den Hilfs- und Unterstützungsangeboten für von Gewalt betroffene Personen sowie Informationen für Interessierte finden Sie auf unserem Hilfe-Portal www.bayern-gegen-gewalt.de.

Den Flyer zum Gewaltschutzgesetz in englischer Sprache „Domestic violence – Your protection and rights according to the Act on Protection against Violence“ finden Sie zum Download hier.

Hier geht es direkt zu unserem Hilfefinder: Hilfefinder