Hauptinhalt

Arbeitsmarktpolitik

Abb. 1: Arbeitslose Personen insgesamt und Arbeitslosenquoten in Bayern im Zeitverlauf

Aktuelles

Bayerns Arbeitsmarkt im März 2021

  • Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,9 % erfreulicherweise unter dem Vormonatsniveau (Februar 2021: 4,2 %).
  • Die Arbeitslosigkeit reduziert sich infolge der einsetzenden Frühjahrsbelebung mit aktuell 298.765 Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 5,6 % (- 17.867 Personen). Der saisonale Rückgang fällt sogar etwas stärker aus als im Vorjahr. In Anbetracht der anhaltenden Einschränkungen bleibt der Arbeitsmarkt verhältnismäßig robust. Die Situation innerhalb der Branchen ist allerdings sehr heterogen. So ist z.B. im Gastgewerbe oder stationären Einzelhandel die Situation Corona-bedingt weiterhin sehr angespannt, im Bereich Hoch- und Gartenbau beispielsweise zeigt sich der Arbeitsmarkt besonders aufnahmefähig.
  • Die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt zeigen sich weiterhin deutlich im Vorjahresvergleich. Die Arbeitslosenquote von 3,9 % liegt deutlich über der Quote des Vorjahres (März 2020: 3,1 %). Verglichen mit März 2020 steigt die Arbeitslosigkeit absolut um 67.650 Personen bzw. 29,3 %.
  • Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 ist die Zahl der Arbeitslosen bis Juni 2020 deutlich angestiegen. Seit Juli 2020 folgte die Entwicklung wieder dem saisonüblichen Verlauf – jedoch auf deutlich höherem Niveau.
Arbeitslosenquote in den kreisfreien Städten und Landkreise Bayerns im März 2021

2,0 % bis 2,9 %
3,0 % bis 3,9 %
4,0 % bis 4,9 %
5,0 % und höher

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ingolstadt, Stadt4,1 %
München, Landeshauptstadt, Stadt5,2 %
Rosenheim, Stadt5,2 %
Altötting3,6 %
Berchtesgadener Land5,3 %
Bad Tölz-Wolfratshausen3,3 %
Dachau3,0 %
Ebersberg2,6 %
Eichstätt2,2 %
Erding2,8 %
Freising3,0 %
Fürstenfeldbruck3,7 %
Garmisch-Partenkirchen4,5 %
Landsberg am Lech3,2 %
Miesbach3,6 %
Mühldorf a.Inn4,0 %
München3,3 %
Neuburg-Schrobenhausen2,7 %
Pfaffenhofen a.d.Ilm2,7 %
Rosenheim3,0 %
Rosenheim3,0 %
Starnberg3,6 %
Traunstein3,7 %
Weilheim-Schongau3,1 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Landshut, Stadt5,5 %
Passau, Stadt6,0 %
Straubing, Stadt6,1 %
Deggendorf3,8 %
Freyung-Grafenau4,0 %
Kelheim3,5 %
Landshut3,2 %
Passau4,0 %
Regen4,9 %
Rottal-Inn4,2 %
Straubing-Bogen3,5 %
Dingolfing-Landau3,7 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Amberg, Stadt5,4 %
Regensburg, Stadt4,9 %
Weiden i.d.OPf., Stadt5,9 %
Amberg-Sulzbach3,2 %
Cham3,8 %
Neumarkt i.d.OPf.2,5 %
Neustadt a.d.Waldnaab3,6 %
Regensburg2,9 %
Schwandorf3,7 %
Tirschenreuth3,6 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Bamberg, Stadt5,0 %
Bayreuth, Stadt5,1 %
Coburg, Stadt6,0 %
Hof, Stadt6,9 %
Bamberg2,9 %
Bayreuth3,5 %
Coburg3,9 %
Forchheim3,3 %
Hof3,9 %
Kronach3,9 %
Kulmbach4,0 %
Lichtenfels4,1 %
Wunsiedel i.Fichtelgebirge5,2 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ansbach, Stadt4,5 %
Erlangen, Stadt4,5 %
Fürth, Stadt6,1 %
Nürnberg, Stadt6,6 %
Schwabach, Stadt4,4 %
Ansbach2,9 %
Erlangen-Höchstadt2,7 %
Fürth3,6 %
Nürnberger Land3,0 %
Nürnberger Land3,0 %
Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim2,7 %
Roth2,8 %
Weißenburg-Gunzenhausen3,8 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Aschaffenburg, Stadt6,3 %
Schweinfurt, Stadt6,7 %
Würzburg, Stadt4,2 %
Aschaffenburg3,7 %
Bad Kissingen3,7 %
Rhön-Grabfeld3,0 %
Haßberge3,3 %
Kitzingen2,9 %
Miltenberg3,6 %
Main-Spessart2,7 %
Schweinfurt2,8 %
Würzburg2,5 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Augsburg, Stadt6,5 %
Kaufbeuren, Stadt4,5 %
Kempten (Allgäu), Stadt4,4 %
Memmingen, Stadt4,3 %
Aichach-Friedberg2,9 %
Augsburg3,3 %
Dillingen a.d.Donau2,8 %
Günzburg2,8 %
Neu-Ulm3,2 %
Lindau (Bodensee)3,3 %
Ostallgäu3,2 %
Unterallgäu2,5 %
Unterallgäu2,5 %
Donau-Ries2,4 %
Oberallgäu3,3 %
Abb. 2: Arbeitslosenquoten in Bayern und den Regierungsbezirken
  • Die konjunkturelle Kurzarbeit vermeidet weiterhin eine höhere Arbeitslosigkeit und sichert Beschäftigung - insbesondere im Gastgewerbe und im stationären Einzelhandel. Während der Pandemie sind in Bayern bislang rund 204.900 Anzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld eingegangen. Insgesamt beziehen sich die Anzeigen auf rund 2.796.300 Personen. Im März 2021 wurden rund 3.300 neue betrieblichen Anzeigen für rund 37.000 Personen gemeldet. Nach aktuellen Hochrechnungen waren im Dezember 2020 insgesamt rund 459.000 Beschäftigte in rund 62.100 Betrieben in Bayern in Kurzarbeit.
  • Bayern liegt mit einer Arbeitslosenquote von 3,9 % bundesweit an der Spitze und weit unter dem Bundesdurchschnitt (6,2 %). Mit einer Quote von 3,5 % kann der Regierungsbezirk Unterfranken im Berichtszeitraum auf die niedrigste Arbeitslosigkeit verweisen. Die Spreizung zwischen den Regierungsbezirken von aktuell 1,0 %-Punkten bewegt sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.
  • Im Berichtszeitraum können 21 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte (rd. 22 %) eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Eichstätt liegt mit einer Arbeitslosenquote von 2,2 % bundesweit weiterhin an der Spitze.
Abb. 3: Arbeitslose nach ausgewählte Personengruppen im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • 99.853 gemeldete offene Stellen (- 13,4 % gegenüber dem Vorjahreswert): Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Vorjahresvergleich deutlich schwächer. Positiv fällt aber der Vormonatsvergleich auf: Die Stellenmeldungen haben im Vergleich zum Februar 2021 um rund 5.100 bzw. 5,4 % zugenommen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften fällt innerhalb der einzelnen Branchen aber sehr unterschiedlich aus. Das stärkste Minus im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet das Gastgewerbe. Teile des Verarbeitenden Gewerbes, die Bauwirtschaft, der Informationssektor sowie die Öffentliche Verwaltung meldeten dagegen einen steigenden Personalbedarf.
  • Nach aktuellen Hochrechnungen waren im Januar 2021 5.688.700 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit die Beschäftigtenzahl um rd. 21.400 Beschäftigte bzw. 0,4 % leicht verringert.
  • Bei einer Jugendarbeitslosenquote von 3,4 % sind rund 5.800 junge Menschen mehr arbeitslos als im Vorjahr (+ 25,9 %). Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) steigt um 29,1 % bzw. absolut um rund 25.200 Personen. Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen steigt um 16,4 % bzw. absolut um rd. 3.600 Menschen. Die Langzeitarbeitslosigkeit steigt deutlich an (+ 65,5 % bzw. absolut um rd. 28.300 langzeitarbeitslose Personen). Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei rund 94.700 Personen — im Vorjahresvergleich ein Anstieg um rd. 24.300 Personen bzw. 34,4 %.
  • Die Quote (vorläufig hochgerechnete Werte) der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,4 % die mit großem Abstand niedrigste im Vergleich aller Bundesländer. Im Bund ist dieser Wert im Vergleich zu Bayern mehr als doppelt so hoch und beträgt 7,2 %.

Informationen

Hier erhalten Sie aktuelle Meldungen, Zahlen und Statistiken zu Bayerns Arbeitsmarkt:

Gesetzlicher Mindestlohn

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarifautonomiestärkungsgesetz) vom 11.08.2014 wurde zum 01.01.2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt (Art. 1 Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – MiLOG). Zum 01.01.2017 wurde der Mindestlohn auf 8,84 Euro erhöht.
Ausnahmen sind u. a. für Auszubildende, ehrenamtliche Tätigkeiten, Orientierungspraktika, verpflichtende Praktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung, Jugendliche bis 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung, Langzeitarbeitslose für die ersten 6 Monate der Beschäftigung sowie befristet für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller vorgesehen.

Abweichungen waren in einer Übergangszeit für maximal drei Jahre bis 31.12.2017 durch bundesweite Tarifverträge repräsentativer Tarifpartner auf Branchenebene möglich, wenn sie als Mindestentgeltsätze nach den Regeln des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) erstreckt oder als Lohnuntergrenze nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgelegt wurden. Seit 01.01.2017 mussten abweichende Regelungen mindestens ein Entgelt von brutto 8,50 Euro pro Stunde vorsehen. Seit 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt.

Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig (erstmals erfolgt mit Wirkung zum 01.01.2017) von einer paritätisch besetzten und unabhängigen Kommission der Tarifpartner überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Mindestlohnkommission besteht aus einer/einem Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern aus Kreisen der Wissenschaft (ohne Stimmrecht). Die stimmberechtigten Mitglieder der Kommission werden durch die Bundesregierung auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen.

Information

Auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie weitere Informationen zum Mindestlohn.

Bilanz 2020

Die Corona-Pandemie hat 2020 auf dem bayerischen Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Bayerns Arbeitsmarkt 2020

Bilanz 2020

Arbeitsmarkt 

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Rahmenbedingungen ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. Bayern bringt sich hier aktiv auf Bundesebene ein und entwickelt beispielsweise im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch eigene Konzepte (wie die Arbeitsmarktinitiative Ältere und Arbeitswelt).

Auf Landesebene arbeitet die Bayerische Staatsregierung eng mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2004 in einer Vereinbarung geregelt und erfolgt seitdem im Wesentlichen über einen regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsame Initiativen.

Instrumente 

Für eine nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus eine innovative und für den bayerischen Arbeitsmarkt maßgeschneiderte aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Arbeitsmarktfonds (AMF) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, u. a. durch Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern geben wichtige Hinweise zum Einsatz der Fördermittel. Ziel der Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist stets die Integration bzw. der Verbleib der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppen sind sowohl Arbeitslosengeld-I-Empfänger als auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Bereiche der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind beispielsweise berufliche Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung, Stärkung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit.

Fazit

Basis für eine positive Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist ein effizientes Zusammenwirken von Wirtschafts-, Fiskal-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Entscheidend ist letztlich, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht durch die Politik, sondern durch die Unternehmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Teil der Verantwortung für Beschäftigung trifft deshalb die Sozialpartner. Ihre Lohn- und Tarifpolitik entscheidet maßgeblich über die Arbeitsbedingungen und damit auch über die Verhältnisse am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den Umfang von Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist in einer sozialen Marktwirtschaft eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle gesellschaftlichen Kräfte beitragen müssen.