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Arbeitsmarktpolitik

Abb. 1: Arbeitslose Personen insgesamt und Arbeitslosenquoten in Bayern im Zeitverlauf

Foto: StMAS

Aktuelles

Bayerns Arbeitsmarkt im November 2021

  • Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,9 % unter dem Niveau des Vormonats (Oktober 2021: 2,9 %) und sehr deutlich unter dem Vorjahreswert (November 2020: 3,6 %). Die Arbeitslosenquote liegt weiterhin unter der Marke von drei Prozent.
  • Mit aktuell 216.270 Arbeitslosen geht die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich nochmals zurück (- 6.602 Menschen bzw. - 3,0 %). Diese Entwicklung spiegelt die Fortsetzung der erfreulichen Erholung am bayerischen Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten wider. Das Niveau des Vorjahres wird sehr deutlich unterschritten. Gegenüber November 2020 ist die Arbeitslosigkeit um rund 54.400 Personen bzw. 20,1 % niedriger.
  • Der rasante Aufbau der vierten Welle der Corona-Pandemie in den zurückliegenden Tagen und Wochen, die dahingehend ergriffenen Gegenmaßnahmen zur Kontaktbeschränkung und die damit verbundenen wirtschaftlichen und arbeitsmarktlichen Einschränkungen sind aus den aktuellen Arbeitsmarktzahlen jedoch noch nicht abzulesen. Stichtag für die aktuelle Arbeitsmarktstatistik war bereits der 11. November 2021.
Abb. 2:Arbeitslosenquoten in Bayern und den Regierungsbezirken
  • Die aktuellen pandemiebedingten Entwicklungen werden sich erst verzögert auf dem Arbeitsmarkt zeigen. Dies gilt auch für die aktuell vorliegenden Zahlen zur Kurzarbeit. Die Zahl neuer Anzeigen auf Kurzarbeit liegt im November 2021 bei rund 1.300 betrieblichen Anzeigen für rund 21.000 Personen. Nach aktuellen Hochrechnungen waren im August 2021 insgesamt rund 120.000 Beschäftigte in rund 19.600 Betrieben in Kurzarbeit. Gegenüber Juli 2021 bedeutet dies einen Rückgang von rund 28,8 % (Beschäftigte in Kurzarbeit) bzw. 19,2 % (Betriebe in Kurzarbeit).
  • Bayern liegt mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 % – weiterhin sehr deutlich vor Baden-Württemberg (3,4 %) – bundesweit an der Spitze und weit unter dem Bundesdurchschnitt (5,1 %).
  • Im Vergleich der Regierungsbezirke kann die Oberpfalz mit einer Quote von 2,5 % auf die niedrigste Arbeitslosigkeit verweisen. Die Arbeitslosenquote liegt in allen Regierungsbezirken erfreulicherweise deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Spreizung zwischen den Regierungsbezirken von aktuell 0,9 %-Punkten bewegt sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.

Im Berichtszeitraum können 67 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte
(rd. 70 %) eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Eichstätt liegt mit einer Arbeitslosenquote von 1,5 % bundesweit an der Spitze.

Arbeitslosenquote in den kreisfreien Städten und Landkreise Bayerns im Oktober 2021

unter 2,0 %
2,0 % bis 2,9 %
3,0 % bis 3,9 %
4,0 % bis 4,9 %
5,0 % und höher

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ingolstadt, Stadt3,3 %
München, Landeshauptstadt, Stadt4,3 %
Rosenheim, Stadt3,8 %
Altötting2,7 %
Berchtesgadener Land2,9 %
Bad Tölz-Wolfratshausen2,0 %
Dachau2,2 %
Ebersberg1,9 %
Eichstätt1,6 %
Erding2,0 %
Freising2,3 %
Fürstenfeldbruck2,8 %
Garmisch-Partenkirchen2,2 %
Landsberg am Lech2,4 %
Miesbach2,1 %
Mühldorf a.Inn3,0 %
München2,6 %
Neuburg-Schrobenhausen1,8 %
Pfaffenhofen a.d.Ilm2,0 %
Rosenheim2,2 %
Rosenheim2,2 %
Starnberg2,8 %
Traunstein2,1 %
Weilheim-Schongau2,3 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Landshut, Stadt3,9 %
Passau, Stadt4,5 %
Straubing, Stadt4,8 %
Deggendorf2,4 %
Freyung-Grafenau2,1 %
Kelheim2,4 %
Landshut2,3 %
Passau2,5 %
Regen2,5 %
Rottal-Inn3,0 %
Straubing-Bogen2,3 %
Dingolfing-Landau2,2 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Amberg, Stadt3,9 %
Regensburg, Stadt3,6 %
Weiden i.d.OPf., Stadt4,3 %
Amberg-Sulzbach2,2 %
Cham2,1 %
Neumarkt i.d.OPf.1,7 %
Neustadt a.d.Waldnaab2,5 %
Regensburg2,1 %
Schwandorf2,5 %
Tirschenreuth2,6 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Bamberg, Stadt4,0 %
Bayreuth, Stadt3,6 %
Coburg, Stadt4,8 %
Hof, Stadt5,2 %
Bamberg2,2 %
Bayreuth2,3 %
Coburg3,2 %
Forchheim2,5 %
Hof2,9 %
Kronach2,8 %
Kulmbach3,0 %
Lichtenfels3,1 %
Wunsiedel i.Fichtelgebirge3,8 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ansbach, Stadt3,3 %
Erlangen, Stadt3,7 %
Fürth, Stadt4,9 %
Nürnberg, Stadt5,5 %
Schwabach, Stadt3,3 %
Ansbach2,2 %
Erlangen-Höchstadt2,2 %
Fürth2,8 %
Nürnberger Land2,2 %
Nürnberger Land2,2 %
Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim1,9 %
Roth2,1 %
Weißenburg-Gunzenhausen3,0 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Aschaffenburg, Stadt5,0 %
Schweinfurt, Stadt5,7 %
Würzburg, Stadt3,3 %
Aschaffenburg2,8 %
Bad Kissingen2,8 %
Rhön-Grabfeld2,4 %
Haßberge2,5 %
Kitzingen2,0 %
Miltenberg2,9 %
Main-Spessart1,7 %
Schweinfurt2,3 %
Würzburg1,9 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Augsburg, Stadt5,2 %
Kaufbeuren, Stadt3,8 %
Kempten (Allgäu), Stadt3,1 %
Memmingen, Stadt3,0 %
Aichach-Friedberg2,2 %
Augsburg2,4 %
Dillingen a.d.Donau2,0 %
Günzburg1,8 %
Neu-Ulm2,4 %
Lindau (Bodensee)2,2 %
Ostallgäu2,2 %
Unterallgäu1,9 %
Unterallgäu1,9 %
Donau-Ries1,6 %
Oberallgäu2,0 %
Abb. 3: Arbeitslose im November 2021 mit Vergleich zum Vorjahresmonat: Bayern insgesamt und ausgewählte Personengruppen
  • Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im November weiterhin hoch: Mit rund 139.900 gemeldeten offene Stellen sind im Vergleich zum Oktober rund 1.900 bzw. 1,4 % mehr Stellen im Bestand. Der Zugang neuer Stellen fällt jedoch geringer aus als im Oktober, was den aktuellen Entwicklungen um die Lieferengpässe zuzuschreiben ist. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen liegt um 44,8 % sehr deutlich über dem Vorjahr.
  • Nach aktuellen Hochrechnungen waren im September 5.829.300 Menschen in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Das sind 1,5 % mehr als im Vormonat und 1,3 % mehr als im Vorjahr. Besonders erfreulich ist, dass dieser Wert auch das Vorkrisenniveau vom September 2019 um 0,9 % übersteigt.
  • Bei einer Jugendarbeitslosenquote von 2,0 % sind rund 7.800 junge Menschen weniger arbeitslos als im Vorjahr (- 31,8 %). Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) reduziert sich zum Vorjahr um 10,8 % bzw. absolut um rund 10.800 Personen. Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen reduziert sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 % bzw. absolut um rund 1.100 Menschen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Oktober rückläufig, aber noch höher als im Vorjahr (+ 12,9 % bzw. absolut rund + 7.800). Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei rund 66.800 Personen. Dies ist im Vorjahresvergleich ein Rückgang um rund 17.500 Personen bzw. 20,8 %.
  • Die Quote (vorläufig hochgerechnete Werte) der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,1 % die mit großem Abstand niedrigste im Vergleich aller Bundesländer. Im Bund ist dieser Wert im Vergleich zu Bayern mehr als doppelt so hoch und beträgt 6,7 %.

Informationen

Hier erhalten Sie aktuelle Meldungen, Zahlen und Statistiken zu Bayerns Arbeitsmarkt:

Gesetzlicher Mindestlohn

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarifautonomiestärkungsgesetz) vom 11.08.2014 wurde zum 01.01.2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt (Art. 1 Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – MiLOG). Zum 01.01.2017 wurde der Mindestlohn auf 8,84 Euro erhöht.
Ausnahmen sind u. a. für Auszubildende, ehrenamtliche Tätigkeiten, Orientierungspraktika, verpflichtende Praktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung, Jugendliche bis 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung, Langzeitarbeitslose für die ersten 6 Monate der Beschäftigung sowie befristet für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller vorgesehen.

Abweichungen waren in einer Übergangszeit für maximal drei Jahre bis 31.12.2017 durch bundesweite Tarifverträge repräsentativer Tarifpartner auf Branchenebene möglich, wenn sie als Mindestentgeltsätze nach den Regeln des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) erstreckt oder als Lohnuntergrenze nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgelegt wurden. Seit 01.01.2017 mussten abweichende Regelungen mindestens ein Entgelt von brutto 8,50 Euro pro Stunde vorsehen. Seit 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt.

Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig (erstmals erfolgt mit Wirkung zum 01.01.2017) von einer paritätisch besetzten und unabhängigen Kommission der Tarifpartner überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Mindestlohnkommission besteht aus einer/einem Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern aus Kreisen der Wissenschaft (ohne Stimmrecht). Die stimmberechtigten Mitglieder der Kommission werden durch die Bundesregierung auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen.

Information

Auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie weitere Informationen zum Mindestlohn.

Bilanz 2020

Die Corona-Pandemie hat 2020 auf dem bayerischen Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Bayerns Arbeitsmarkt 2020

Bilanz 2020

Arbeitsmarkt 

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Rahmenbedingungen ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. Bayern bringt sich hier aktiv auf Bundesebene ein und entwickelt beispielsweise im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch eigene Konzepte (wie die Arbeitsmarktinitiative Ältere und Arbeitswelt).

Auf Landesebene arbeitet die Bayerische Staatsregierung eng mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2004 in einer Vereinbarung geregelt und erfolgt seitdem im Wesentlichen über einen regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsame Initiativen.

Instrumente 

Für eine nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus eine innovative und für den bayerischen Arbeitsmarkt maßgeschneiderte aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Arbeitsmarktfonds (AMF) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, u. a. durch Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern geben wichtige Hinweise zum Einsatz der Fördermittel. Ziel der Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist stets die Integration bzw. der Verbleib der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppen sind sowohl Arbeitslosengeld-I-Empfänger als auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Bereiche der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind beispielsweise berufliche Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung, Stärkung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit.

Fazit

Basis für eine positive Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist ein effizientes Zusammenwirken von Wirtschafts-, Fiskal-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Entscheidend ist letztlich, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht durch die Politik, sondern durch die Unternehmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Teil der Verantwortung für Beschäftigung trifft deshalb die Sozialpartner. Ihre Lohn- und Tarifpolitik entscheidet maßgeblich über die Arbeitsbedingungen und damit auch über die Verhältnisse am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den Umfang von Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist in einer sozialen Marktwirtschaft eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle gesellschaftlichen Kräfte beitragen müssen.