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Arbeitsmarktpolitik

Abb. 1: Arbeitslose Personen insgesamt und Arbeitslosenquoten in Bayern im Zeitverlauf

Aktuelles

Bayerns Arbeitsmarkt im Mai 2021

  • Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,6 % erfreulicherweise unter dem Niveau des Vormonats (März 2021: 3,9 %).
  • 268.884 Menschen arbeitslos: Die Arbeitslosigkeit reduziert sich saisonal bedingt gegenüber dem Vormonat (- 13.298 Menschen bzw. - 4,7 %). Infolge der bis zum Stichtag (12. Mai) geltenden Corona-bedingten Einschränkungen bleibt die Situation innerhalb der Branchen weiterhin sehr heterogen.
  • Erfreulicherweise fällt aber die Arbeitslosigkeit — erstmals seit Beginn der Pandemie —  wieder unter das Niveau des Vorjahres. Gegenüber Mai 2020 ist die Arbeitslosigkeit um rund 21.700 Personen bzw. 7,5 % niedriger. Auch die Arbeitslosenquote fällt unter das Niveau des Vorjahres (Mai 2020: 3,8 %). Die konjunkturelle Erholung der Wirtschaft macht sich zunehmend am Arbeitsmarkt bemerkbar.
  • Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 ist die Zahl der Arbeitslosen bis Juni 2020 deutlich angestiegen. Seit Juli 2020 folgte die Entwicklung wieder dem saisonüblichen Verlauf – jedoch auf deutlich höherem Niveau.
  • Die konjunkturelle Kurzarbeit hat weiterhin große Bedeutung, insbesondere für die von den Einschränkungen noch betroffenen Branchen. Nach aktuellen Hochrechnungen waren im Februar 2021 insgesamt rund 593.500 Beschäftigte in rund 74.600 Betrieben in Bayern in Kurzarbeit. Die Zahl neuer Anzeigen auf Kurzarbeit liegt im Mai 2021 bei rund 1.400 betrieblichen Anzeigen für rund 15.900 Personen.
Abb. 2: Arbeitslosenquoten in Bayern und den Regierungsbezirken
  • Bayern liegt mit einer Arbeitslosenquote von 3,6 % – deutlich vor Baden-Württemberg (4,0 %) – bundesweit an der Spitze und weit unter dem Bundesdurchschnitt (5,9 %).
  • Im Vergleich der Regierungsbezirke kann die Oberpfalz mit einer Quote von 3,1 % auf die niedrigste Arbeitslosigkeit verweisen. In allen Regierungsbezirken liegt die Arbeitslosenquote unter dem Niveau des Vorjahres. Die Spreizung zwischen den Regierungsbezirken von aktuell 1,0 %-Punkten bewegt sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.

Arbeitslosenquoten in den Landkreisen/kreisfreien Städten in Bayern im Mai 2021

Im Berichtszeitraum können 42 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte (rd. 44 %) eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Eichstätt liegt mit einer Arbeitslosenquote von 1,9 % bundesweit weiterhin an der Spitze.

Arbeitslosenquote in den kreisfreien Städten und Landkreise Bayerns im Mai 2021

unter 2,0 %
2,0 % bis 2,9 %
3,0 % bis 3,9 %
4,0 % bis 4,9 %
5,0 % und höher

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ingolstadt, Stadt3,8 %
München, Landeshauptstadt, Stadt5,1 %
Rosenheim, Stadt4,8 %
Altötting3,2 %
Berchtesgadener Land4,3 %
Bad Tölz-Wolfratshausen2,8 %
Dachau2,6 %
Ebersberg2,4 %
Eichstätt1,9 %
Erding2,4 %
Freising2,7 %
Fürstenfeldbruck3,4 %
Garmisch-Partenkirchen3,7 %
Landsberg am Lech2,9 %
Miesbach3,0 %
Mühldorf a.Inn3,4 %
München3,0 %
Neuburg-Schrobenhausen2,2 %
Pfaffenhofen a.d.Ilm2,2 %
Rosenheim2,6 %
Rosenheim2,6 %
Starnberg3,4 %
Traunstein3,0 %
Weilheim-Schongau2,8 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Landshut, Stadt4,8 %
Passau, Stadt5,7 %
Straubing, Stadt5,7 %
Deggendorf2,9 %
Freyung-Grafenau2,7 %
Kelheim3,2 %
Landshut2,8 %
Passau3,2 %
Regen3,4 %
Rottal-Inn3,6 %
Straubing-Bogen2,7 %
Dingolfing-Landau2,9 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Amberg, Stadt4,7 %
Regensburg, Stadt4,6 %
Weiden i.d.OPf., Stadt5,5 %
Amberg-Sulzbach2,7 %
Cham2,5 %
Neumarkt i.d.OPf.2,0 %
Neustadt a.d.Waldnaab2,9 %
Regensburg2,7 %
Schwandorf3,1 %
Tirschenreuth2,9 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Bamberg, Stadt4,7 %
Bayreuth, Stadt4,6 %
Coburg, Stadt5,6 %
Hof, Stadt6,3 %
Bamberg2,7 %
Bayreuth2,9 %
Coburg3,5 %
Forchheim3,0 %
Hof3,5 %
Kronach3,4 %
Kulmbach3,6 %
Lichtenfels3,7 %
Wunsiedel i.Fichtelgebirge4,5 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ansbach, Stadt4,0 %
Erlangen, Stadt4,2 %
Fürth, Stadt5,8 %
Nürnberg, Stadt6,3 %
Schwabach, Stadt3,9 %
Ansbach2,5 %
Erlangen-Höchstadt2,5 %
Fürth3,3 %
Nürnberger Land2,8 %
Nürnberger Land2,8 %
Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim2,5 %
Roth2,4 %
Weißenburg-Gunzenhausen3,3 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Aschaffenburg, Stadt5,8 %
Schweinfurt, Stadt6,0 %
Würzburg, Stadt4,0 %
Aschaffenburg3,4 %
Bad Kissingen3,3 %
Rhön-Grabfeld2,8 %
Haßberge2,9 %
Kitzingen2,4 %
Miltenberg3,3 %
Main-Spessart2,3 %
Schweinfurt2,4 %
Würzburg2,2 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Augsburg, Stadt6,0 %
Kaufbeuren, Stadt3,9 %
Kempten (Allgäu), Stadt4,0 %
Memmingen, Stadt3,7 %
Aichach-Friedberg2,6 %
Augsburg2,9 %
Dillingen a.d.Donau2,5 %
Günzburg2,5 %
Neu-Ulm3,0 %
Lindau (Bodensee)3,1 %
Ostallgäu3,0 %
Unterallgäu2,2 %
Unterallgäu2,2 %
Donau-Ries2,1 %
Oberallgäu2,9 %
  • 108.864 gemeldete offene Stellen (+ 15,3 % gegenüber dem Vorjahreswert). Die Nachfrage nach Arbeitskräften erholt sich im Mai weiter. Die Stellenmeldungen haben auch im Vergleich zum April 2021 nochmal um rund 4.000 bzw. 3,8 % zugenommen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften fällt innerhalb der einzelnen Branchen aber weiterhin sehr unterschiedlich aus: Die Belebung der Kräftenachfrage ist vor allem auf die positive Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe, dem Gesundheits-und Sozialwesen sowie der qualifizierten Unternehmensdienstleistungen zurückzuführen. Auch im Bau­gewerbe und in der Arbeitnehmerüberlassung gibt es deutlich mehr offene Stellen als im Vorjahr.
  • Nach aktuellen Hochrechnungen waren im März 2021 5.718.900 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit die Beschäftigtenzahl um rund 5.800 Beschäftigte bzw. - 0,1 % leicht verringert.
Abb. 3: Arbeitslose im Mai 2021 mit Vergleich zum Vorjahresmonat: Bayern insgesamt und ausgewählte Personengruppen
  • Bei einer Jugendarbeitslosenquote von 2,9 % sind rund 8.800 junge Menschen weniger arbeitslos als im Vorjahr (- 27,4 %). Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) steigt zum Vorjahr um 4,5 % bzw. absolut um rund 4.500 Personen. Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen steigt im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 % bzw. absolut um rund 650 Menschen. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist deutlich höher als im Vorjahr (+ 55,8 % bzw. absolut um rund 27.000 langzeitarbeitslose Personen). Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei rund 86.000 Personen. Dies ist im Vorjahresvergleich ein Rückgang um rund 7.300 Personen bzw. - 7,8 %.
  • Die Quote (vorläufig hochgerechnete Werte) der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,4 % die mit großem Abstand niedrigste im Vergleich aller Bundesländer. Im Bund ist dieser Wert im Vergleich zu Bayern mehr als doppelt so hoch und beträgt 7,2 %.

Informationen

Hier erhalten Sie aktuelle Meldungen, Zahlen und Statistiken zu Bayerns Arbeitsmarkt:

Gesetzlicher Mindestlohn

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarifautonomiestärkungsgesetz) vom 11.08.2014 wurde zum 01.01.2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt (Art. 1 Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – MiLOG). Zum 01.01.2017 wurde der Mindestlohn auf 8,84 Euro erhöht.
Ausnahmen sind u. a. für Auszubildende, ehrenamtliche Tätigkeiten, Orientierungspraktika, verpflichtende Praktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung, Jugendliche bis 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung, Langzeitarbeitslose für die ersten 6 Monate der Beschäftigung sowie befristet für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller vorgesehen.

Abweichungen waren in einer Übergangszeit für maximal drei Jahre bis 31.12.2017 durch bundesweite Tarifverträge repräsentativer Tarifpartner auf Branchenebene möglich, wenn sie als Mindestentgeltsätze nach den Regeln des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) erstreckt oder als Lohnuntergrenze nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgelegt wurden. Seit 01.01.2017 mussten abweichende Regelungen mindestens ein Entgelt von brutto 8,50 Euro pro Stunde vorsehen. Seit 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt.

Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig (erstmals erfolgt mit Wirkung zum 01.01.2017) von einer paritätisch besetzten und unabhängigen Kommission der Tarifpartner überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Mindestlohnkommission besteht aus einer/einem Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern aus Kreisen der Wissenschaft (ohne Stimmrecht). Die stimmberechtigten Mitglieder der Kommission werden durch die Bundesregierung auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen.

Information

Auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie weitere Informationen zum Mindestlohn.

Bilanz 2020

Die Corona-Pandemie hat 2020 auf dem bayerischen Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Bayerns Arbeitsmarkt 2020

Bilanz 2020

Arbeitsmarkt 

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Rahmenbedingungen ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. Bayern bringt sich hier aktiv auf Bundesebene ein und entwickelt beispielsweise im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch eigene Konzepte (wie die Arbeitsmarktinitiative Ältere und Arbeitswelt).

Auf Landesebene arbeitet die Bayerische Staatsregierung eng mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2004 in einer Vereinbarung geregelt und erfolgt seitdem im Wesentlichen über einen regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsame Initiativen.

Instrumente 

Für eine nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus eine innovative und für den bayerischen Arbeitsmarkt maßgeschneiderte aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Arbeitsmarktfonds (AMF) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, u. a. durch Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern geben wichtige Hinweise zum Einsatz der Fördermittel. Ziel der Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist stets die Integration bzw. der Verbleib der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppen sind sowohl Arbeitslosengeld-I-Empfänger als auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Bereiche der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind beispielsweise berufliche Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung, Stärkung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit.

Fazit

Basis für eine positive Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist ein effizientes Zusammenwirken von Wirtschafts-, Fiskal-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Entscheidend ist letztlich, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht durch die Politik, sondern durch die Unternehmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Teil der Verantwortung für Beschäftigung trifft deshalb die Sozialpartner. Ihre Lohn- und Tarifpolitik entscheidet maßgeblich über die Arbeitsbedingungen und damit auch über die Verhältnisse am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den Umfang von Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist in einer sozialen Marktwirtschaft eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle gesellschaftlichen Kräfte beitragen müssen.