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Arbeitsmarktpolitik

Abb. 1: Arbeitslose in Bayern und den Regierungsbezirken

Aktuelles

Bayerns Arbeitsmarkt im Januar 2019

Die nebenstehende Tabelle zeigt:

  • Der Bayerische Arbeitsmarkt zeigt sich im Januar weiterhin robust und aufnahmefähig. Die Arbeitslosenquote weist mit 3,3 % für einen Januar einen hervorragenden Wert auf. Die Quote liegt um - 0,2 %-Punkte deutlich unter dem Rekordwert des Vorjahres (Januar 2018: 3,5 %) und ist die bislang niedrigste Arbeitslosenquote in einem Januar.
  • Die konstant exzellente Lage am bayerischen Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort. 242.678 Arbeitslose ─ verglichen mit dem Vorjahr (Januar  2018) ist es ein Rückgang von - 4,3 % (rd. - 10.800 Personen).
  • Saisonüblich ist die Arbeitslosigkeit im Januar im Vergleich zum Vormonat deutlich angestiegen. Gegenüber dem Vormonat (Dezember 2018) ist ein Anstieg von 19,4 % (rd. + 39.400 Personen) gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist typisch im Winter. Ein vergleichsweise hoher Anteil an Beschäftigten in Bayern arbeitet in witterungsabhängigen Branchen (z.B. Baugewerbe).
  • Im Bundesländervergleich belegt Bayern den Spitzenplatz gleichauf mit Baden-Württemberg mit ebenfalls 3,3 %. Schwaben ist im Januar 2019 mit einer Quote von 2,9 % Spitzenreiter unter Bayerns Regierungsbezirken. Darüber hinaus zeigt sich eine geringe Spreizung von aktuell nur 1,0 %-Punkten zwischen den Regierungsbezirken. In allen Regierungsbezirken ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Im Vergleich zum Vormonat steigen die Arbeitslosigkeit und die Arbeitslosenquote in jedem Regierungsbezirk an, insbesondere in Niederbayern und der Oberpfalz, die besonders von Saisonschwankungen betroffen sind. Die Arbeitslosenquote liegt jedoch im Januar in allen Regierungsbezirken weiterhin unter der 4-Prozentmarkte
Abb. 2.: Arbeitslosenquoten in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern im Januar 2019. Quelle: Eigene Darstellung nach Daten der Bundesagentur für Arbeit

Aktuell können 42 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte (rd. 44 %) eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Eichstätt liegt aktuell mit einer Arbeitslosenquote von 1,5 % bundesweit weiterhin an der Spitze.

Abb. 3: Entwicklung der Arbeitslosenquoten in Bayern und den Regierungsbezirken in den vergangenen zehn Jahren in %
  • Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Bayern ist weiterhin auf hohem Niveau. Der Stellenbestand liegt mit bayernweit 123.434 gemeldeten offen Stellen um 3.609  Stellen bzw. + 3,0 % deutlich über dem Vorjahreswert. Noch nie waren in einem Januar so viele offene Stellen gemeldet. Der hohe Bedarf an Fachkräften in der bayerischen Wirtschaft ist weiterhin gegeben. Der Rückgang gegenüber dem Vormonat (- 2,7 % bzw. - 3.485) weist jedoch auf ein leicht abgeschwächtes Wachstum hin.
  • Die grundsätzlich positive Arbeitsmarktlage in Bayern spiegelt sich auch in den Beschäftigtenzahlen wider. Nach aktuellen Hochrechnungen waren im November 2018 5.696.000 Menschen in Bayern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vorjahresvergleich ist dies ein deutliches Plus von 130.100 Beschäftigten bzw. + 2,3 %.
  • Die Zahl der Arbeitslosen wurde innerhalb der letzten zehn Jahre um 26,5 % reduziert. Die Arbeitslosenquote ging von 5,0 % (Januar 2009) auf 3,3 % zurück.

Arbeitslosenzahlen im Januar 2009-2014

- 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Oberbayern 4,5 5,0 4,3 3,9 4,1 4,1
Niederbayern 5,8 6,3 5,5 4,8 4,9 4,7
Oberpfalz 5,6 6,0 5,1 4,3 4,6 4,4
Oberfranken 6,3 6,4 5,7 5,0 5,1 5,1
Mittelfranken 5,7 6,2 5,5 5,0 5,3 5,2
Unterfranken 4,6 5,0 4,3 3,7 4,0 4,0
Schwaben 4,4 5,2 4,4 3,7 3,9 3,8
Bayern 5,0 5,5 4,8 4,2 4,4 4,4


Arbeitslosenzahlen im Januar 2015-2019

- 2015 2016 2017 2018 2019
Oberbayern 4,0 3,8 3,6 3,3 3,1
Niederbayern 4,7 4,7 4,3 4,0 3,9
Oberpfalz 4,3 4,1 3,8 3,4 3,3
Oberfranken 5,0 4,5 4,3 3,9 3,7
Mittelfranken 5,1 4,8 4,5 4,0 3,8
Unterfranken 3,8 3,7 3,5 3,1 3,0
Schwaben 3,9 3,7 3,4 3,1 2,9
Bayern 4,3 4,1 3,8 3,5 3,3

Hinweis: Im Zeitverlauf haben Änderungen im Sozialrecht wie in der Organisation der Sozialverwaltungen Einfluss auf die Höhe der Arbeitslosigkeit. Dies ist bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen.

Abb. 4: Arbeitslose im Januar 2019 mit Vergleich zum Vorjahresmonat: Bayern insgesamt und ausgewählte Personengruppen

Die nebenstehende Tabelle zeigt:

  • Bayern bekämpf erfolgreich die Jugendarbeitslosigkeit, junge Menschen finden in Bayern beste Voraussetzungen für einen gelingenden Start ins Erwerbsleben: Mit einer Jugendarbeitslosenquote von 2,6 % sind rd. - 1.300 bzw. - 5,8 % weniger junge Menschen arbeitslos als im Vorjahr.
  • Erfreulich ist, dass auch bei fast allen weiteren Personengruppen ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen ist: Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) ging um - 2,1 % zurück. Erfreulich ist auch der weiterhin überproportionale Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit (- 11,1 %) gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der schwerbehinderten Menschen stieg allerdings in diesem Monat um leichte  0,1 % bzw. absolut um 12 Personen gegenüber dem Vorjahr.
  • Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei 71.829 Personen. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls ein deutlicher Rückgang um - 1.961  Personen bzw. - 2,7 %.
  • Die Quote der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,3 % weiterhin die mit großem Abstand niedrigste im Vergleich aller Bundesländer (vor Baden-Württemberg mit  4,1 %). Im Bund ist dieser Wert mehr als doppelt so hoch und beträgt 7,4 %.

     

Informationen

Hier erhalten Sie aktuelle Meldungen, Zahlen und Statistiken zu Bayerns Arbeitsmarkt:

Gesetzlicher Mindestlohn

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarifautonomiestärkungsgesetz) vom 11.08.2014 wurde zum 01.01.2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt (Art. 1 Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – MiLOG). Zum 01.01.2017 wurde der Mindestlohn auf 8,84 Euro erhöht.
Ausnahmen sind u. a. für Auszubildende, ehrenamtliche Tätigkeiten, Orientierungspraktika, verpflichtende Praktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung, Jugendliche bis 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung, Langzeitarbeitslose für die ersten 6 Monate der Beschäftigung sowie befristet für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller vorgesehen.

Abweichungen waren in einer Übergangszeit für maximal drei Jahre bis 31.12.2017 durch bundesweite Tarifverträge repräsentativer Tarifpartner auf Branchenebene möglich, wenn sie als Mindestentgeltsätze nach den Regeln des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) erstreckt oder als Lohnuntergrenze nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgelegt wurden. Seit 01.01.2017 mussten abweichende Regelungen mindestens ein Entgelt von brutto 8,50 Euro pro Stunde vorsehen. Seit 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt.

Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig (erstmals erfolgt mit Wirkung zum 01.01.2017) von einer paritätisch besetzten und unabhängigen Kommission der Tarifpartner überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Mindestlohnkommission besteht aus einer/einem Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern aus Kreisen der Wissenschaft (ohne Stimmrecht). Die stimmberechtigten Mitglieder der Kommission werden durch die Bundesregierung auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen.

Information

Auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie weitere Informationen zum Mindestlohn.

Bilanz 2018

2018 erneut Rekordjahr

Die Arbeitslosigkeit war in Bayern 2018 so niedrig wie seit über 35 Jahren nicht mehr. Mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent wurde zum ersten Mal auch in einem Jahresdurchschnitt die Drei-Prozent-Marke geknackt.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Bayerns Arbeitsmarkt 2018:

Arbeitsmarkt 

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Rahmenbedingungen ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. Bayern bringt sich hier aktiv auf Bundesebene ein und entwickelt beispielsweise im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch eigene Konzepte (wie die Arbeitsmarktinitiative Ältere und Arbeitswelt).

Auf Landesebene arbeitet die Bayerische Staatsregierung eng mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2004 in einer Vereinbarung geregelt und erfolgt seitdem im Wesentlichen über einen regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsame Initiativen.

Instrumente 

Für eine nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus eine innovative und für den bayerischen Arbeitsmarkt maßgeschneiderte aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Arbeitsmarktfonds (AMF) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, u. a. durch Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern geben wichtige Hinweise zum Einsatz der Fördermittel. Ziel der Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist stets die Integration bzw. der Verbleib der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppen sind sowohl Arbeitslosengeld-I-Empfänger als auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Bereiche der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind beispielsweise berufliche Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung, Stärkung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit.

Fazit

Basis für eine positive Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist ein effizientes Zusammenwirken von Wirtschafts-, Fiskal-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Entscheidend ist letztlich, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht durch die Politik, sondern durch die Unternehmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Teil der Verantwortung für Beschäftigung trifft deshalb die Sozialpartner. Ihre Lohn- und Tarifpolitik entscheidet maßgeblich über die Arbeitsbedingungen und damit auch über die Verhältnisse am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den Umfang von Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist in einer sozialen Marktwirtschaft eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle gesellschaftlichen Kräfte beitragen müssen.