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Kombieinrichtung

In Kombieinrichtungen (auch „Kooperativer Ganztag“ oder kurz „KoGa“) arbeiten die Schule und ein Ganztagskooperationspartner in gemeinsamer Verantwortung konzeptionell, räumlich und personell eng zusammen. Das übergeordnete Ziel ist die engere Verzahnung von Schule und Jugendhilfe. Der Unterricht und das Jugendhilfeangebot (Betreuung durch den Ganztagskooperationspartner auf Hortniveau) finden in einem gemeinsam genutzten Gebäude (sog. „Bildungscampus“) statt.

Die Vorteile der Kombieinrichtungen sind insbesondere:

  • Schule und Ganztagsbetreuung auf Hortniveau an einem Ort und „aus einer Hand“, auch in Randzeiten und Ferien.
  • Ganztägiges Bildungsangebot an einem Bildungscampus (effiziente Nutzung der Ressourcen)
  • flexible Buchungen sind grundsätzlich möglich – je nach Angebot des Ganztagskooperationspartners
  • Kombieinrichtungen ergänzen die bestehende Angebotspalette (sog. „Werkzeugkasten“) der Grundschulkindbetreuung in Bayern.

Häufige Fragen (FAQs)

Kombieinrichtungen sind noch nicht gesetzlich verankert (im Gegensatz zu Horten, Häusern für Kinder usw.). Sie werden über die sog. „Experimentierklausel“ in Art. 31 des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) ermöglicht. Zur Einführung der Kombieinrichtung ist deshalb der Abschluss eines dreiseitigen Vertrags zwischen der Kommune, dem Familienministerium und dem Kultusministerium nötig.

 

Kombieinrichtungen sind eine Verbindung von Schule und Tageseinrichtung. Sie benötigen deshalb sowohl eine Betriebserlaubnis gem. § 45 SGB VIII für die Bereiche, die (auch) durch den Ganztagskooperationspartner genutzt werden, als auch eine schulaufsichtliche Genehmigung nach § 4 SchulbauV für die (ausschließlich) schulisch genutzten Bereiche. Das gemeinsam durch Schulleitung und Ganztagskooperationspartner zu erstellende Raumkonzept gibt über die Nutzung der Bereiche Aufschluss.

Die Befugnisse der zuständigen Stellen zur Prüfung im Rahmen der Betriebserlaubnis bzw. der schulaufsichtlichen Genehmigung bleiben vom Abschluss der Kooperationsvereinbarung zwischen Kommune, Kultus- und Familienministerium unberührt.

Der Abschluss der Kooperationsvereinbarung enthält insbesondere keine Vorwegfestlegung auf Erteilung der Betriebserlaubnis bzw. der schulaufsichtlichen Genehmigung.

Kombieinrichtungen sind konzeptionell uneingeschränkt geeignet, den künftigen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter zu erfüllen. Durch den Kooperationspartner wird die Nachmittags-, Randzeiten- und Ferienbetreuung auf Hortniveau sichergestellt.

In der flexiblen Variante des KoGa werden die Kinder im Anschluss an die Halbtagsgrundschule durch den Ganztagskooperationspartner betreut. In der rhythmisierten Variante besuchen die Kinder eine gebundene Ganztagsklasse und können für die Randzeiten (insbesondere Freitagnachmittag) und in den Ferien die Angebote des Ganztagskooperationspartners buchen.

In einer Einrichtung können auch beide Varianten nebeneinander bestehen.

Für die Betriebskosten des Ganztagskooperationspartners wird die reguläre kindbezogene Förderung nach dem BayKiBiG gewährt. Die Höhe ist damit u.a. abhängig von den tatsächlichen Buchungszeiten des Kindes.

Das Förderverfahren wird über das Programm KiBiG.web abgewickelt.

Für Kombieinrichtungen besteht von Anfang an eine Ausnahme von Art. 2 Abs. 2 i.V.m. Abs. 5 S. 3 BayKiBiG. Es ist nicht erforderlich, dass mindestens zwei Jahre lang über die Hälfte der Kinder mind. 20 Stunden pro Woche das Angebot des Ganztagskooperationspartners besuchen.

Grund hierfür ist, dass Schule und Ganztagsbetreuung als Kombieinrichtung einen einheitlichen Bildungsauftrag umsetzen. Die Kombieinrichtung ist damit unabhängig von der Dauer der Betreuung durch den Ganztagskooperationspartner als Bildungseinrichtung anzusehen.

Es ist aber zu beachten, dass eine kindbezogene Förderung erst ab einer Buchung von 5 Stunden pro Woche gewährt werden kann.

Der Anspruch auf Betriebskostenförderung setzt auch bei Kombieinrichtungen voraus, dass Elternbeiträge erhoben werden (Art. 19 BayKiBiG).

Um mehr Flexibilität bei der Buchung zu ermöglichen, müssen in Kombieinrichtungen aber die Elternbeiträge nicht streng nach Stundenkategorien gestaffelt werden.

Im Rahmen eines Modellversuchs können Kombieinrichtungen an bis zu 50 Standorten geschaffen werden, bei denen die kindbezogene Förderung nach BayKiBiG pauschaliert wird. Hier finden Sie den Zwischenbericht von IFP und ISB zur „Evaluation des Modellversuchs Kombieinrichtung/Kooperative Ganztagsbildung“

Ja, Investitionen der Kommunen in Kombieinrichtungen können nach Art. 10 BayFAG (Bayerisches Finanzausgleichsgesetz) gefördert werden. Durch die gemeinsame Nutzung des Gebäudes durch Schule und Ganztagskooperationspartner ergeben sich Synergieeffekte bei den Raumbedarfen. Da auf diese Weise bspw. Mehrzweckräume, Mensa, Toiletten etc. nur einmal – statt sonst doppelt in Hort und Schule – gebraucht werden, ergeben sich auch Besonderheiten in der Förderfähigkeit.

Vereinfacht gesagt können ein normales Schulgebäude und dazu 65 % der Fläche für einen Hort baulich gefördert werden. Auch entsprechende Anbauten an bestehende Gebäude sind grundsätzlich förderfähig. Detailfragen zur Förderung beantworten die Bezirksregierungen.