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Linksextremismusprävention

Linksextremismus in Bayern

Linksextremisten verfolgen das Ziel, die Staats- und Gesellschaftsordnung in Deutschland grundlegend umzustürzen. Dazu zählt auch die parlamentarische Demokratie, welche als System eines rassistischen, faschistischen und kapitalistischen Staates gesehen wird. Die ideologische Grundlage reicht dabei von revolutionär-marxistisch bis anarchistisch. Die angestrebte neue Gesellschaftsordnung solle entsprechend einem sozialistischen bzw. kommunistischen oder einem „herrschaftsfreien“ Gedanken folgen.

Insbesondere das politische Selbstverständnis der militanten Autonomen ist von Anti-Einstellungen (z. B. Anti-Kapitalismus, Anti-Globalisierung, Anti-Gentrifizierung u. v. m.) geprägt. Über diese Themen bringen sich autonome Linksextremisten in demokratische Protestbewegungen ein und versuchen deren Anhänger für ihre Interessen zu gewinnen.

Angebote und Strukturen in Bayern

Das Bayerische Sozialministerium fördert im Bereich Linksextremismusprävention praktische Präventionsprojekte und steht in engem Austausch mit weiteren zuständigen Behörden.

Prävention in der Praxis – Projekte in Bayern

Im Herbst 2019 startete das Bayerische Schullandheimwerk das bayernweite Projekt Engagement und Protest zwischen Legalität und Illegalität. Im Rahmen des Bildungsprogramm mehrWERT Demokratie immt es sich der Frage an, wo die Grenze zwischen legalem und illegalem Protest in unserer Demokratie verläuft. Junge Menschen sollen in ein- oder mehrtägigen Workshop-Formaten in ihrem Engagement gestärkt und gleichzeitig für die Gefahren – auch einer Unterwanderung durch linksextremistische Kräfte – sensibilisiert werden.

Das im Jahr 2019 gestartete Projekt „kampagnenstark – Für Vielfalt und gegen Extremismus" des Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis – JFF stärkt demokratische Werthaltungen und setzt sich mit Radikalisierungsfaktoren auseinander. Teilnehmende Jugendliche zwischen 13 und 22 Jahren reflektieren ihr eigenes Online-Handeln im Kontext von Filterblasen und Fake News. Sie setzen sich mit Anwerbestrategien extremistischer Gruppierungen auseinander und üben, entsprechende Ansprachen – insbesondere auch in sozialen Netzwerken – zu erkennen und damit umzugehen. In unterschiedlichen Kampagnenformaten verleihen die Jugendlichen ihren Ideen für das gelingende Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft medialen Ausdruck.

Einen Überblick zu den aktuellen und vergangenen Präventionsprojekten des JFF in Bayern sowie die daraus entstandenen Materialien finden Sie unter: https://gegen-extremismus.jff.de/

Das Projekt YouthBridge: Jugend Baut Brücken wirkt gegen alle Formen von Extremismus und Antisemitismus. Jugendliche aus verschiedenen sozialen und kulturellen Kontexten werden seit 2017 im Rahmen des Projekts zu Multiplikatoren ausgebildet. Als solche wirken sie innerhalb ihres Umfelds allen Formen von Antisemitismus entgegen. Dabei beschäftigen sie sich insbesondere mit der Frage: Wie wollen wir gemeinsam in dieser Stadt leben und ihre Zukunft gestalten? Träger des Projekts ist die Europäische Janusz Korczak Akademie.

Gemeinsam gegen Linksextremismus

Der Einsatz gegen Linksextremismus kann nur in enger Abstimmung präventiver und repressiver Maßnahmen gelingen. Neben der Förderung von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Projekten ist daher auch die Vernetzung unter den Behörden von zentraler Bedeutung. Im Bereich der Linksextremismusprävention steht das Bayerische Sozialministerium daher in regelmäßigem Austausch mit den Ressorts Inneres, Kultus und Justiz.