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Arbeitsmarktpolitik

Abb. 1: Arbeitslose Personen insgesamt und Arbeitslosenquoten in Bayern im Zeitverlauf

Aktuelles

Bayerns Arbeitsmarkt im Juni 2021

  • Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,4 % unter dem Niveau des Vormonats (Mai 2021: 3,6 %) und deutlich unter dem Vorjahreswert (Juni 2020: 3,9 %).
  • Der Arbeitsmarkt setzt seinen Erholungskurs fort. Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter auf aktuell 256.800 Arbeitslose. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen spürbaren Rückgang um 4,5 % (12.084 Personen).
  • Das Niveau des Vorjahres wird noch deutlicher unterschritten: Gegenüber Juni 2020 ist die Arbeitslosigkeit um rund 37.000 Personen bzw. 12,6 % niedriger. Der Abstand zum Vorkrisenniveau besteht aber weiterhin deutlich.
  • Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 ist die Zahl der Arbeitslosen bis Juni 2020 deutlich angestiegen. Seit Juli 2020 folgte die Entwicklung wieder dem saisonüblichen Verlauf – jedoch auf deutlich höherem Niveau.
Abb. 2: Arbeitslosenquoten in Bayern und den Regierungsbezirken
  • Die Zahl neuer Anzeigen auf Kurzarbeit geht im Juni 2021 deutlich zurück, sie liegt bei rund 750 betrieblichen Anzeigen für rund 10.100 Personen. Nach aktuellen Hochrechnungen waren im März 2021 insgesamt rund 504.500 Beschäftigte in rund 62.400 Betrieben in Bayern in Kurzarbeit.
  • Bayern liegt – weiterhin deutlich vor Baden-Württemberg (3,9 %) – bundesweit an der Spitze und weit unter dem Bundesdurchschnitt (5,7 %).
  • Im Vergleich der Regierungsbezirke kann die Oberpfalz mit einer Quote von 3,0 % auf die niedrigste Arbeitslosigkeit verweisen. Die Arbeitslosenquote liegt in allen Regierungsbezirken erfreulicherweise deutlich unter dem Niveau des Vorjahres und auch unter dem Wert des Vormonats. Die Spreizung zwischen den Regierungsbezirken von aktuell 1,0 %-Punkten bewegt sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.

Arbeitslosenquoten in den Landkreisen/kreisfreien Städten in Bayern im Juni 2021

Im Berichtszeitraum können 51 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte
(rd. 53 %)
eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Eichstätt liegt mit einer Arbeitslosenquote von 1,8 % bundesweit weiterhin an der Spitze.

Arbeitslosenquote in den kreisfreien Städten und Landkreise Bayerns im Juni 2021

unter 2,0 %
2,0 % bis 2,9 %
3,0 % bis 3,9 %
4,0 % bis 4,9 %
5,0 % und höher

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ingolstadt, Stadt3,6 %
München, Landeshauptstadt, Stadt4,9 %
Rosenheim, Stadt4,6 %
Altötting3,0 %
Berchtesgadener Land3,5 %
Bad Tölz-Wolfratshausen2,7 %
Dachau2,5 %
Ebersberg2,2 %
Eichstätt1,8 %
Erding2,3 %
Freising2,6 %
Fürstenfeldbruck3,2 %
Garmisch-Partenkirchen2,9 %
Landsberg am Lech2,8 %
Miesbach2,6 %
Mühldorf a.Inn3,3 %
München2,9 %
Neuburg-Schrobenhausen2,1 %
Pfaffenhofen a.d.Ilm2,1 %
Rosenheim2,5 %
Rosenheim2,5 %
Starnberg3,2 %
Traunstein2,6 %
Weilheim-Schongau2,7 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Landshut, Stadt4,5 %
Passau, Stadt5,4 %
Straubing, Stadt5,5 %
Deggendorf2,9 %
Freyung-Grafenau2,5 %
Kelheim3,1 %
Landshut2,7 %
Passau2,9 %
Regen3,1 %
Rottal-Inn3,4 %
Straubing-Bogen2,5 %
Dingolfing-Landau2,7 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Amberg, Stadt4,5 %
Regensburg, Stadt4,5 %
Weiden i.d.OPf., Stadt5,0 %
Amberg-Sulzbach2,5 %
Cham2,3 %
Neumarkt i.d.OPf.2,0 %
Neustadt a.d.Waldnaab2,9 %
Regensburg2,7 %
Schwandorf3,0 %
Tirschenreuth2,9 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Bamberg, Stadt4,5 %
Bayreuth, Stadt4,4 %
Coburg, Stadt5,4 %
Hof, Stadt6,0 %
Bamberg2,6 %
Bayreuth2,7 %
Coburg3,5 %
Forchheim2,9 %
Hof3,3 %
Kronach3,3 %
Kulmbach3,4 %
Lichtenfels3,5 %
Wunsiedel i.Fichtelgebirge4,2 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ansbach, Stadt3,8 %
Erlangen, Stadt4,1 %
Fürth, Stadt5,7 %
Nürnberg, Stadt6,1 %
Schwabach, Stadt3,8 %
Ansbach2,4 %
Erlangen-Höchstadt2,4 %
Fürth3,1 %
Nürnberger Land2,7 %
Nürnberger Land2,7 %
Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim2,3 %
Roth2,3 %
Weißenburg-Gunzenhausen3,1 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Aschaffenburg, Stadt5,7 %
Schweinfurt, Stadt5,8 %
Würzburg, Stadt3,9 %
Aschaffenburg3,3 %
Bad Kissingen3,2 %
Rhön-Grabfeld2,7 %
Haßberge2,8 %
Kitzingen2,4 %
Miltenberg3,2 %
Main-Spessart2,1 %
Schweinfurt2,4 %
Würzburg2,1 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Augsburg, Stadt6,0 %
Kaufbeuren, Stadt3,9 %
Kempten (Allgäu), Stadt3,8 %
Memmingen, Stadt3,6 %
Aichach-Friedberg2,6 %
Augsburg2,8 %
Dillingen a.d.Donau2,4 %
Günzburg2,2 %
Neu-Ulm2,8 %
Lindau (Bodensee)2,7 %
Ostallgäu2,7 %
Unterallgäu2,2 %
Unterallgäu2,2 %
Donau-Ries2,0 %
Oberallgäu2,4 %
  • Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist auch im Juni weiter gestiegen: 115.693 gemeldete offene Stellen - das ist ein sehr deutlicher Anstieg von rund 27 % gegenüber dem Vorjahr. Auch im Vergleich zum Mai haben die Stellenmeldungen um rund 6.800 bzw. 6,3 % zugelegt. In nahezu allen Branchen ist ein Stellenzuwachs zu verzeichnen. Die Belebung der Arbeitskräftenachfrage ist vor allem auf die positive Entwicklung im Gastgewerbe, bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie des Handels aufgrund der schrittweisen Öffnungen in den letzten Wochen zurückzuführen.
  • Nach aktuellen Hochrechnungen waren im April 2021 5.730.700 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit die Beschäftigtenzahl um rund 35.700 Beschäftigte bzw. 0,6 % erhöht.
Abb. 3: Arbeitslose im Juni 2021 mit Vergleich zum Vorjahresmonat: Bayern insgesamt und ausgewählte Personengruppen
  • Bei einer Jugendarbeitslosenquote von 2,7 % sind rund 10.100 junge Menschen weniger arbeitslos als im Vorjahr (- 31,8 %). Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) erhöht sich zum Vorjahr leicht um 0,1 % bzw. absolut um rund 100 Personen. Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen reduziert sich im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,2 % bzw. absolut um rund 40 Menschen. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist deutlich höher als im Vorjahr (+ 48,0 % bzw. absolut um rund 24.400 langzeitarbeitslose Personen). Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei rund 81.000 Personen. Dies ist im Vorjahresvergleich ein Rückgang um rund 13.900 Personen bzw. 14,6 %.
  • Die Quote (vorläufig hochgerechnete Werte) der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,4 % die mit großem Abstand niedrigste im Vergleich aller Bundesländer. Im Bund ist dieser Wert im Vergleich zu Bayern mehr als doppelt so hoch und beträgt 7,2 %.

Informationen

Hier erhalten Sie aktuelle Meldungen, Zahlen und Statistiken zu Bayerns Arbeitsmarkt:

Gesetzlicher Mindestlohn

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarifautonomiestärkungsgesetz) vom 11.08.2014 wurde zum 01.01.2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt (Art. 1 Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – MiLOG). Zum 01.01.2017 wurde der Mindestlohn auf 8,84 Euro erhöht.
Ausnahmen sind u. a. für Auszubildende, ehrenamtliche Tätigkeiten, Orientierungspraktika, verpflichtende Praktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung, Jugendliche bis 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung, Langzeitarbeitslose für die ersten 6 Monate der Beschäftigung sowie befristet für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller vorgesehen.

Abweichungen waren in einer Übergangszeit für maximal drei Jahre bis 31.12.2017 durch bundesweite Tarifverträge repräsentativer Tarifpartner auf Branchenebene möglich, wenn sie als Mindestentgeltsätze nach den Regeln des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) erstreckt oder als Lohnuntergrenze nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgelegt wurden. Seit 01.01.2017 mussten abweichende Regelungen mindestens ein Entgelt von brutto 8,50 Euro pro Stunde vorsehen. Seit 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt.

Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig (erstmals erfolgt mit Wirkung zum 01.01.2017) von einer paritätisch besetzten und unabhängigen Kommission der Tarifpartner überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Mindestlohnkommission besteht aus einer/einem Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern aus Kreisen der Wissenschaft (ohne Stimmrecht). Die stimmberechtigten Mitglieder der Kommission werden durch die Bundesregierung auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen.

Information

Auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie weitere Informationen zum Mindestlohn.

Bilanz 2020

Die Corona-Pandemie hat 2020 auf dem bayerischen Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Bayerns Arbeitsmarkt 2020

Bilanz 2020

Arbeitsmarkt 

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Rahmenbedingungen ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. Bayern bringt sich hier aktiv auf Bundesebene ein und entwickelt beispielsweise im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch eigene Konzepte (wie die Arbeitsmarktinitiative Ältere und Arbeitswelt).

Auf Landesebene arbeitet die Bayerische Staatsregierung eng mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2004 in einer Vereinbarung geregelt und erfolgt seitdem im Wesentlichen über einen regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsame Initiativen.

Instrumente 

Für eine nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus eine innovative und für den bayerischen Arbeitsmarkt maßgeschneiderte aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Arbeitsmarktfonds (AMF) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, u. a. durch Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern geben wichtige Hinweise zum Einsatz der Fördermittel. Ziel der Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist stets die Integration bzw. der Verbleib der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppen sind sowohl Arbeitslosengeld-I-Empfänger als auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Bereiche der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind beispielsweise berufliche Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung, Stärkung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit.

Fazit

Basis für eine positive Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist ein effizientes Zusammenwirken von Wirtschafts-, Fiskal-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Entscheidend ist letztlich, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht durch die Politik, sondern durch die Unternehmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Teil der Verantwortung für Beschäftigung trifft deshalb die Sozialpartner. Ihre Lohn- und Tarifpolitik entscheidet maßgeblich über die Arbeitsbedingungen und damit auch über die Verhältnisse am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den Umfang von Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist in einer sozialen Marktwirtschaft eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle gesellschaftlichen Kräfte beitragen müssen.