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Scharf: „Junge Frauen müssen selbst über ihr Leben bestimmen können“

Hilfe bei drohender Zwangsheirat: 365.700 Euro für Projekt „Scheherazade“

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Die Eheschließung setzt in Deutschland die freie Entscheidung zweier Menschen voraus. Dennoch gibt es auch hierzulande Fälle von Zwangsheirat. Besonders betroffen und gefährdet sind junge Frauen und Mädchen aus Familien mit starken patriarchalischen Strukturen vorherrschen. Nicht selten müssen die Betroffenen um ihre körperliche Unversehrtheit oder gar ihr Leben fürchten, wenn sie sich dem Willen der Familie widersetzen und auf ein selbstbestimmtes Leben drängen. Ihnen steht das Projekt „Scheherazade“ zur Seite, das weiterhin eine Förderung des Freistaats Bayern erhält, die nochmals erhöht wurde.

Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf betont: „Junge Frauen müssen ihr Leben eigenständig und frei von Zwang gestalten können. Zwangsheirat und Gewalt sind gravierende Menschenrechtsverletzungen, gegen die wir entschlossen vorgehen. ‚Scheherazade‘ bietet Schutz, Beratung und neue Perspektiven. Wir unterstützen die Arbeit von STOP dem Frauenhandel, damit Mädchen und junge Frauen in schwierigen Situationen nicht allein bleiben.“

Das Wohnprojekt richtet sich an junge Frauen im Alter von 18 bis 21 Jahren, die von Zwangsheirat bedroht oder betroffen sind. In der Einrichtung stehen drei Krisenplätze bereit, betreut von erfahrenen Sozialpädagoginnen – sieben Tage die Woche. Auch kurzfristige Aufnahmen sind möglich. Ein telefonischer Notruf (0800 4151616) ergänzt das Angebot und gewährleistet ein niederschwelliges Hilfesystem. Im Jahr 2024 gab es 182 Beratungen, 18 Frauen fanden in diesem Zeitraum in der Unterkunft Schutz, Beratung und Betreuung. Seit 2012 wird das Projekt durch den Freistaat Bayern unterstützt. Durch die erneute Erhöhung der Förderung auf insgesamt rund 365.700 Euro setzt die Staatsregierung ein klares Signal für den Schutz junger Frauen und unterstreicht die große Bedeutung des Projekts.