Hauptinhalt

Scharf: „Die Personallücke in unseren Kitas wird sich schließen“

Neue Studie: Personalbedarf demnächst gedeckt – bis zu 5.800 neue Fach- und Ergänzungskräfte jährlich

020.26

In den bayerischen Kindertageseinrichtungen wird Personalmangel schon bald Vergangenheit sein. Dies geht aus der heute veröffentlichten Studie des Staatsinstituts für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP) zur Entwicklung der Personal- und Kinderzahlen in bayerischen Kindertageseinrichtungen<extern_ende> hervor. Die aktuelle Studie beruht auf den Zahlen von 2024/2025: Steigt die Zahl der Fach- und Ergänzungskräfte wie in den vergangenen Jahren an, ist der Bedarf im besten Falle bereits 2027 gedeckt (siehe auch S. 2 und ergänzendes Faktenblatt).

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf erklärt: „Die aktuelle Studie des IFP bestätigt, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Die Programme zur Fachkräftegewinnung zeigen Wirkung. Es ist ein großer Gewinn, dass sich so viele Menschen für die sinnstiftende Arbeit in der Kindertagesbetreuung entscheiden. Die neue Studie geht davon aus, dass der Bedarf bei einem weiteren hohen Fachkräftezuwachs bis 2027 gedeckt sein wird. Die Zahl der Fach- und Ergänzungskräfte hat sich im Zeitraum von 2015 bis 2025 um 55,8 Prozent auf fast 129.400 Personen gesteigert, seit 2011 sogar verdoppelt. Dieser Erfolg ist großartig. Insgesamt haben wir einen Kita-Kinder-Rekord mit rund 650.000 Kindern und brauchen für die beste frühkindliche Bildung in unseren Kitas jede und jeden.“

Für die Ministerin ist das kein Grund, stehen zu bleiben: „Frühkindliche Bildung hat oberste Priorität. Wir bleiben nicht stehen, sondern priorisieren und schichten um. Statt direkter finanzieller Unterstützung der Familien investieren wir die freiwerdenden Mittel vollständig in die Kindertagesbetreuung. Bereits in diesem Jahr haben wir die staatliche Betriebskostenförderung deswegen einseitig mit zusätzlichen 280 Millionen Euro um mehr als 10 Prozent erhöht. Kinder in Bayern sollen von Anfang an die gleichen Chancen haben und bestmöglich gefördert werden.“

Für Scharf steht fest: „Kindertagesbetreuung hat absolute Priorität im Freistaat. Unsere Familien brauchen eine verlässliche Bildung und Betreuung unserer Kleinsten. Mit einer qualitativ hochwertigen frühkindlichen Bildung entwickeln sich Kinder zu selbstbewussten, kritischen und kreativen Persönlichkeiten, die in einer komplexen Welt teilhaben, sich einbringen und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Sie bildet Herz und Charakter. Frühkindliche Bildung ist nicht nur das Fundament für die erfolgreiche Bildungsbiografie unserer Kinder, sondern auch ein harter Wirtschaftsfaktor – und nicht zuletzt der Schlüssel zu einer gelungenen Integration. Nur wenn wir in unsere Jüngsten investieren, sichern wir Wohlstand und Demokratie von morgen. Ich will gleiche Startchancen für alle Kinder. Es gilt: starke Kinder – starkes Bayern.“

Die Studie des IFP berücksichtigt Elternbedarfe, Bevölkerungsvorausberechnungen und Prognosen des Nettozuwachses an Fach- und Ergänzungskräften und kommt so zu folgenden Ergebnissen:

·            Bei einem hohen prognostizierten Fachkräftezuwachs ist eine Deckung des Bedarfs im Jahr 2027 zu erwarten. Bei einem geringeren Zuwachs an Fach- und Ergänzungskräften wird der Bedarf bis 2029 gedeckt sein.

·            Seit 2015 kamen jedes Jahr zusätzlich zwischen ca. 4.000 und 5.800 neue Fach- und Ergänzungskräfte in die bayerischen Kitas.

Die Bedarfsanalyse geht außerdem von einer Trendwende beim Personalbedarf aus:

·            Der Gesamtbedarf an Personal geht im Zeitraum 2025 bis 2031 von zusätzlich 17.770 auf 14.100 Fach- und Ergänzungskräfte zurück.

Modernisierung, Quereinstieg, neue Studienplätze – das alles unternimmt die Bayerische Staatsregierung, um Personal für unsere Kitas zu gewinnen:

·            Bayern unterstützt Träger und Kommunen intensiv bei der Personalgewinnung: Im Bündnis für frühkindliche Bildung werden gemeinsam mit allen Akteuren Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.

·            Die Erzieherausbildung wurde modernisiert und verkürzt, das praxisintegrierte Ausbildungsmodell verstetigt und der Meisterbonus auf 3.000 Euro erhöht.

·            Das bundesweit einzigartige Gesamtkonzept für die berufliche Weiterbildung für Kindertageseinrichtungen mit aktuell über 1.100 abgeschlossenen, laufenden und geplanten Kursen und bis zu 17.500 Teilnahmen öffnet vielen Interessenten den Weg in die Kita.

·            Die Zahl der Fachakademien für Sozialpädagogik ist seit 2011 um über 65 Prozent auf jetzt 81 gestiegen. Damit wird eine wohnortnahe Ausbildung ermöglicht.

·            Für mehr akademische Fachkräfte wurden 400 neue Studienplätze in der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik geschaffen; bis 2028 kommen weitere 200 Plätze hinzu.