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Scharf: „Von flexiblen Teilzeitmöglichkeiten profitieren Beschäftigte und Unternehmen“
Bayerns Arbeitsmarkt im Januar – Überregulierung ist kontraproduktiv
Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Januar 2026 gegenüber dem Vormonat um rund 34.000 Personen beziehungsweise 10,9 Prozent gestiegen. Auch wenn der Anstieg der Arbeitslosigkeit saisonbedingt üblich ist, zeigt der deutliche Anstieg von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie stark sich die schlechte wirtschaftliche Lage am Arbeitsmarkt bemerkbar macht.
Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf rückt die aktuelle Debatte um die „Lifestyle-Teilzeit“ in einen Kontext mit den Arbeitslosenzahlen: „Teilzeit ist ein Instrument, von dem der Arbeitsmarkt profitiert und das auch Arbeitslosigkeit entgegenwirkt. Flexible Teilzeitmöglichkeiten sind maßgeblich für die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen. Jede und jeder soll einer Beschäftigung nachgehen können, wie es zu ihrer oder seiner individuellen Lebensgestaltung und Verpflichtungen passt. Wer Kinder groß zieht oder Angehörige pflegt, kann dank Teilzeit weiter (s)einem Beruf nachgehen. Wer Teilzeit über Gebühr beschränkt, verdrängt wichtige Kräfte vom Arbeitsmarkt. Eine kluge Sozialpolitik, die Kita- und Ganztagsplätze schafft, ist zugleich zukunftsorientierte Arbeitsmarktpolitik. Sie sorgt dafür, dass die, die mehr arbeiten wollen, auch mehr arbeiten können. Anreize sind immer besser als Verbote. Und wenn wir endlich flexiblere Arbeitszeitmodelle ermöglichen, indem wir die Wochenarbeitszeit einführen, erleichtern wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ohne Schutzstandards zu senken."
Insgesamt waren in Bayern 344.777 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt mit 4,4 Prozent wesentlich höher als im Vormonat und im Vorjahr. Bayern behauptet im Bundesländervergleich allerdings weiter seinen Spitzenplatz und liegt nach wie vor sehr weit unter dem Bundesdurchschnitt von 6,6 Prozent. Die Arbeitskräftenachfrage ist weiter rückläufig. Mit 101.148 gemeldeten offenen Stellen sind im Vergleich zum Vorjahr 13.279 weniger Stellen im Bestand. Aber vor allem Fachkräfte sind nach wie vor gesucht.