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Scharf: „Pädagogische Fachkräfte im Umgang mit Antisemitismus stärken“
Workshop zu israelbezogenem Antisemitismus im Internet
Seit dem 7. Oktober 2023 ist der israelbezogene Antisemitismus stark angestiegen, sowohl im analogen als auch im digitalen Umfeld. Insbesondere auf Social Media kursieren Videos, Bilder und Karikaturen, die alte Stereotype neu interpretieren, Terror verherrlichen oder unterstützen, Israel dämonisieren oder dem Land das Existenzrecht absprechen. Viele Jugendliche übernehmen unreflektiert Propaganda und vertreten antisemitische Positionen. Lehrkräfte sind oft mit der Vermittlung von Medienkompetenz und der Frage nach der Unterscheidung zwischen legitimer Kritik an der israelischen Politik und Antisemitismus konfrontiert. Um Unterstützung anzubieten, hat der Verein democ e.V. die Handreichung „Virtuelle Normalitäten – Israelbezogener Antisemitismus in digitalen Räumen. Hintergrundwissen und pädagogische Praxis“ entwickelt.
Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf lobt diese Initiative: „Die Arbeit von democ e.V. ist wichtig für die Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Der Anstieg antisemitischer Hetze, insbesondere im digitalen Raum, ist alarmierend und beeinflusst viele junge Menschen unmittelbar. Im Umgang mit dem Nahost-Konflikt fehlt oft eine multiperspektivische Herangehensweise. Pädagogischen Fachkräften und Lehrkräften kommt eine bedeutende Rolle dabei zu, der digitalen Beeinflussung und Radikalisierung Einhalt zu gebieten. Allerdings fühlen sie sich im Umgang mit der Thematik häufig allein gelassen und sehen sich mit vielen Fragen konfrontiert. Die Handreichung von democ e.V. leistet einen dringend benötigten Beitrag zum Schutz und zur Stärkung unserer pädagogischen Fachkräfte.“
Ein Workshop von democ e.V. am Donnerstag, 26. Februar, bietet Gelegenheit, die Handreichung kennenzulernen und sich mit anderen pädagogischen Fachkräften über die eigenen Erfahrungen, Schwierigkeiten und Fragen im Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus in den Lerngemeinschaften auszutauschen. Zwei Experten aus Wissenschaft und Praxis halten in diesem Zusammenhang Vorträge: Sozialwissenschaftler Dr. Marc Grimm nimmt den israelbezogenen Antisemitismus als Phänomen der Gegenwartsgesellschaft ins Auge. Paola Widmaier, Projektleiterin des Hessischen Kompetenzprogramms „Antisemitismus im Netz“ an der Bildungsstätte Anne Frank, spricht über Strategien für den Umgang mit digitalem Antisemitismus im pädagogischen Raum.
Die Handreichung soll pädagogische Fachkräfte als Unterstützung im Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus stärken. Dabei steht die Verbreitung in digitalen Räumen im Vordergrund. Die Beiträge beleuchten die theoretischen Hintergründe und geben Handlungsempfehlungen und Strategien im Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus an die Hand. Drei beispielhafte Unterrichtseinheiten – Arbeitsmaterialien inklusive – runden die Handreichung ab.
Der Workshop findet in München statt. Eine Anmeldung ist bis zum 23. Februar 2026 über das Anmeldeformular oder über anmeldung@democ.de (unter Angabe von Name, E-Mail und ggf. Institution) möglich.