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Landeskoordinierungsstelle Demokratie leben! gegen Rechtsextremismus – LKS Bayern
Die „Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS)“ koordiniert verschiedene landesweite Angebote zur Information und Beratung bei rechtsextremen, antisemitischen und rassistischen Vorfällen. Sie betreibt bayernweit eine aktive Unterstützungs- und Vermittlungsarbeit in der fachlichen Auseinandersetzung sowie politischen Bildungsarbeit in diesen Themenfeldern.
Die LKS steuert zudem das Beratungsnetzwerk Bayern gegen Rechtsextremismus und setzt in enger Zusammenarbeit mit dem Referat Radikalisierungsprävention im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales die Leitlinien des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in Bayern um.
Zum landesweiten Beratungsnetzwerk der LKS zählen
- die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus“, die bayernweit von drei dezentralen Büros aus Unterstützung bei Vorfällen mit rechtsextremem, rechtspopulistischem, antisemitischem und rassistischem Hintergrund anbietet,
- die „Familien-, Umfeld- und Elternberatung zu Rechtsextremismus (F.U.E.R.)“, ein Beratungsangebot für Familien, Angehörige und das soziale Umfeld sowie für Fachkräfte aus Pädagogik, Sozialer Arbeit und Bildungseinrichtungen,
- die „Betroffenenberatung B.U.D. Beratung. Unterstützung. Dokumentation“ als eigenständiger Verein, der Unterstützung für Opfer rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt anbietet.
Alle Fachstellen erbringen kostenlos und vertraulich spezifische Beratungs- und Unterstützungsleistungen, bei denen der Bedarf der Ratsuchenden stets im Vordergrund steht. Alle Beraterinnen und Berater sowie Fachkräfte sind in länderübergreifende Vernetzungen eingebunden.
Die Beschäftigung mit Verschwörungsmythen spielt bei zahlreichen Bildungs- und Beratungsangeboten der Fachstellen seit jeher eine zentrale Rolle, insbesondere mit Blick auf antisemitische Narrative. Diese sind z.B. hinsichtlich ihrer Erscheinungsformen mit Bezug zur Corona-Pandemie sehr augenscheinlich geworden, knüpfen aber vielfach an jahrhundertealte „verinnerlichte“ Vorurteilsstrukturen und Ressentiments an und sind damit alles andere als ein neues Phänomen. Umso wichtiger ist es daher, sowohl die historischen Bezüge als auch deren funktionalen Zusammenhänge zu (er)kennen, einzuordnen und ihnen adäquat entgegenzutreten. Neben der Dechiffrierung und Kontextualisierung von Verschwörungsmythen geht es insbesondere auch darum, den destruktiven, demokratiefeindlichen, menschenverachtenden und in der Konsequenz tödlichen Kerngehalt dieser rassistischen, antijudaistischen und antisemitischen Zerrbilder zu erkennen. Für die von antisemitischen Vorurteilen und auf Verschwörungsmythen basierenden Anfeindungen Betroffenen heißt dies, immer wieder zur Projektionsfläche für „Schuldzuweisungen“ und psychische wie physische Angriffe zu werden.
Entsprechend dienen die kostenlosen und vertraulichen Informations-, Bildungs- und Beratungsangebote, die nach Absprache auch telefonisch oder digital ermöglicht werden, der Unterstützung, der Vernetzung und vor allem der Befähigung, lokal vor Ort, im unmittelbaren privaten Umfeld ebenso wie im Ehrenamt, am Arbeitsplatz, in Institutionen und Behörden tätig zu werden.
Die Angebote werden dabei stets in Absprache mit den Beratungsnehmenden entwickelt und richten sich u.a. an:
- zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure sowie Bündnisse
- Bildungseinrichtungen
- Fachkräfte sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
- Verbände
- Vereine
- Gewerkschaften
- Kirchen, Gemeinden sowie Glaubensgemeinschaften
- Politik
- Verwaltung
- Wirtschaft
- Einzelpersonen
Projektvorstellung
Die LKS wird im folgenden Video näher vorgestellt.
Das Video ist eine Aufzeichnung des Beitrages der LKS beim digitalen Fachtag über Verschwörungsmythen am 7. Oktober 2021: