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Arbeitsmarktpolitik

Abb. 1: Arbeitslose Personen insgesamt und Arbeitslosenquoten in Bayern im Zeitverlauf

Aktuelles
 

Bayerns Arbeitsmarkt im Mai 2022

  • Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,8 % unter dem Niveau des Vormonats (Mai 2022: 2,9 %) und sehr deutlich unter dem Vorjahreswert (Mai 2021: 3,6 %).
  • Der positive Trend auf dem bayerischen Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort, der Rückgang der Arbeitslosigkeit hält im Mai weiter an.
  • Aufgrund der weiter anhaltenden Frühjahrsbelebung reduziert sich die Arbeitslosigkeit nochmals leicht auf 209.558 Personen (- 8.017 Menschen bzw. - 3,7 % im Vergleich zum Vormonat). Das Niveau des Vorjahres wird deutlicher unterschritten. Gegenüber Mai 2021 ist die Arbeitslosigkeit um rund 59.300 Personen bzw. 22,1 % geringer.
  • Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind zwar weiterhin vorhanden, haben aber kaum noch Auswirkungen auf den robusten Arbeitsmarkt.
  • Der Krieg in der Ukraine macht sich wirtschaftlich massiv insbesondere in Form von Materialengpässen, unterbrochenen Lieferketten, einer steigenden Inflation und gestiegenen Energiekosten bemerkbar. Der bayerische Arbeitsmarkt zeigt sich dennoch weiterhin robust und sehr aufnahmefähig. Die Zahl der Arbeitslosen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit liegt aktuell bei rund 2.300 und wirkt sich arbeitsmarktlich bislang nur leicht aus.
Abb. 2: Arbeitslosenquoten in Bayern und den Regierungsbezirken
  • Bayern hat bundesweit die geringste Arbeitslosenquote, sie liegt weit unter dem Bundesdurchschnitt (4,9 %). Bayern hat auch eine deutlich geringere Arbeitslosenquote als Baden-Württemberg (3,2 %).
  • Im Vergleich der Regierungsbezirke hat die Oberpfalz mit 2,4 % die niedrigste Arbeitslosenquote. Fünf Regierungsbezirke können auf eine Arbeitslosenquote unter 3,0 % verweisen. Die Arbeitslosenquote liegt in allen Regierungsbezirken unter dem jeweiligen Niveau des Vorjahres. Die Spreizung zwischen den Regierungsbezirken von 1,0 %-Punkten bewegt sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.

Im Berichtszeitraum können 70 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte (73 %) eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Eichstätt liegt mit einer Arbeitslosenquote von 1,4 % bundesweit an der Spitze.

Arbeitslosenquote in den kreisfreien Städten und Landkreise Bayerns im Mai 2022

unter 2,0 %
2,0 % bis 2,9 %
3,0 % bis 3,9 %
4,0 % bis 4,9 %
5,0 % und höher

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ingolstadt, Stadt3,0 %
München, Landeshauptstadt, Stadt4,0 %
Rosenheim, Stadt3,7 %
Altötting2,4 %
Berchtesgadener Land2,6 %
Bad Tölz-Wolfratshausen2,0 %
Dachau2,1 %
Ebersberg1,8 %
Eichstätt1,4 %
Erding1,8 %
Freising2,2 %
Fürstenfeldbruck2,5 %
Garmisch-Partenkirchen2,3 %
Landsberg am Lech2,6 %
Miesbach1,9 %
Mühldorf a.Inn2,9 %
München2,3 %
Neuburg-Schrobenhausen1,9 %
Pfaffenhofen a.d.Ilm1,6 %
Rosenheim2,0 %
Rosenheim2,0 %
Starnberg2,4 %
Traunstein2,0 %
Weilheim-Schongau2,3 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Landshut, Stadt3,8 %
Passau, Stadt4,1 %
Straubing, Stadt4,4 %
Deggendorf2,4 %
Freyung-Grafenau2,1 %
Kelheim2,3 %
Landshut2,2 %
Passau2,4 %
Regen2,6 %
Rottal-Inn2,7 %
Straubing-Bogen2,1 %
Dingolfing-Landau2,4 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Amberg, Stadt3,7 %
Regensburg, Stadt3,4 %
Weiden i.d.OPf., Stadt4,2 %
Amberg-Sulzbach2,1 %
Cham2,1 %
Neumarkt i.d.OPf.1,6 %
Neustadt a.d.Waldnaab2,5 %
Regensburg2,0 %
Schwandorf2,4 %
Tirschenreuth2,6 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Bamberg, Stadt4,0 %
Bayreuth, Stadt3,8 %
Coburg, Stadt4,9 %
Hof, Stadt5,0 %
Bamberg2,0 %
Bayreuth2,4 %
Coburg3,0 %
Forchheim2,4 %
Hof2,7 %
Kronach2,7 %
Kulmbach2,9 %
Lichtenfels3,1 %
Wunsiedel i.Fichtelgebirge3,8 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ansbach, Stadt3,7 %
Erlangen, Stadt3,4 %
Fürth, Stadt4,6 %
Nürnberg, Stadt5,2 %
Schwabach, Stadt3,1 %
Ansbach2,1 %
Erlangen-Höchstadt2,0 %
Fürth2,3 %
Nürnberger Land2,1 %
Nürnberger Land2,1 %
Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim1,8 %
Roth2,0 %
Weißenburg-Gunzenhausen2,7 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Aschaffenburg, Stadt4,9 %
Schweinfurt, Stadt5,7 %
Würzburg, Stadt3,2 %
Aschaffenburg2,8 %
Bad Kissingen2,7 %
Rhön-Grabfeld2,4 %
Haßberge2,5 %
Kitzingen1,8 %
Miltenberg2,7 %
Main-Spessart1,6 %
Schweinfurt2,5 %
Würzburg1,8 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Augsburg, Stadt4,9 %
Kaufbeuren, Stadt3,6 %
Kempten (Allgäu), Stadt2,8 %
Memmingen, Stadt2,7 %
Aichach-Friedberg2,2 %
Augsburg2,4 %
Dillingen a.d.Donau2,0 %
Günzburg1,6 %
Neu-Ulm2,0 %
Lindau (Bodensee)2,0 %
Ostallgäu2,1 %
Unterallgäu1,8 %
Unterallgäu1,8 %
Donau-Ries1,5 %
Oberallgäu2,0 %
  • Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften ist im Mai ungebrochen hoch. Trotz der aktuellen Herausforderungen melden die Unternehmen in Bayern vermehrt Stellen. Der Bestand hat das Vorkrisenniveau deutlich überschritten. Mit rund 157.100 gemeldeten offenen Stellen sind im Vergleich zum April rund 2.800 (+ 1,8 %) mehr Stellen im Bestand. Vor allem wurden deutlich mehr Stellen gemeldet als im Vorjahr (+ 44,3 %).
  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern liegt nach den aktuel­len hochgerechneten Werten im März 2022 bei rund 5,83 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von 118.000 bzw. 2,1 %.
  • Bei einer Jugendarbeitslosenquote von 2,0 % sind rund 7.100 junge Menschen weniger arbeitslos als im Vorjahr. Dies ist eine sehr deutliche Reduzierung um 30,3 %. Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) reduziert sich zum Vorjahr um 15,8 % bzw. absolut um rund 16.400 Personen. Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen reduziert sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 % bzw. absolut um rund 1.900 Menschen.
  • Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt bei rund 62.400 und ist erfreulicherweise auch deutlich geringer als im Vorjahr (- 17,1 % bzw. absolut rund - 12.800). Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei rund 65.400 Personen. Dies ist im Vorjahresvergleich ebenfalls ein sehr deutlicher Rückgang um rund 21.300 Personen bzw. 24,6 %.
  • Die Quote (vorläufig hochgerechnete Werte) der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,0 % die mit großem Abstand niedrigste im Vergleich aller Bundesländer. Im Bund ist dieser Wert im Vergleich zu Bayern mehr als doppelt so hoch und beträgt 6,5 %.
     

Informationen

Hier erhalten Sie aktuelle Meldungen, Zahlen und Statistiken zu Bayerns Arbeitsmarkt:

Gesetzlicher Mindestlohn

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarifautonomiestärkungsgesetz) vom 11.08.2014 wurde zum 01.01.2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt (Art. 1 Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – MiLOG). Zum 01.01.2017 wurde der Mindestlohn auf 8,84 Euro erhöht.
Ausnahmen sind u. a. für Auszubildende, ehrenamtliche Tätigkeiten, Orientierungspraktika, verpflichtende Praktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung, Jugendliche bis 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung, Langzeitarbeitslose für die ersten 6 Monate der Beschäftigung sowie befristet für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller vorgesehen.

Abweichungen waren in einer Übergangszeit für maximal drei Jahre bis 31.12.2017 durch bundesweite Tarifverträge repräsentativer Tarifpartner auf Branchenebene möglich, wenn sie als Mindestentgeltsätze nach den Regeln des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) erstreckt oder als Lohnuntergrenze nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgelegt wurden. Seit 01.01.2017 mussten abweichende Regelungen mindestens ein Entgelt von brutto 8,50 Euro pro Stunde vorsehen. Seit 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt.

Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig (erstmals erfolgt mit Wirkung zum 01.01.2017) von einer paritätisch besetzten und unabhängigen Kommission der Tarifpartner überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Mindestlohnkommission besteht aus einer/einem Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern aus Kreisen der Wissenschaft (ohne Stimmrecht). Die stimmberechtigten Mitglieder der Kommission werden durch die Bundesregierung auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen.

Information

Auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie weitere Informationen zum Mindestlohn.

Bilanz 2021

Die Corona-Pandemie hat 2021 auf dem bayerischen Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Bayerns Arbeitsmarkt 2021

Bilanz 2021

Arbeitsmarkt 

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Rahmenbedingungen ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. Bayern bringt sich hier aktiv auf Bundesebene ein und entwickelt beispielsweise im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch eigene Konzepte (wie die Arbeitsmarktinitiative Ältere und Arbeitswelt).

Auf Landesebene arbeitet die Bayerische Staatsregierung eng mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2004 in einer Vereinbarung geregelt und erfolgt seitdem im Wesentlichen über einen regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsame Initiativen.

Instrumente 

Für eine nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus eine innovative und für den bayerischen Arbeitsmarkt maßgeschneiderte aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Arbeitsmarktfonds (AMF) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, u. a. durch Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern geben wichtige Hinweise zum Einsatz der Fördermittel. Ziel der Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist stets die Integration bzw. der Verbleib der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppen sind sowohl Arbeitslosengeld-I-Empfänger als auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Bereiche der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind beispielsweise berufliche Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung, Stärkung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit.

Fazit

Basis für eine positive Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist ein effizientes Zusammenwirken von Wirtschafts-, Fiskal-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Entscheidend ist letztlich, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht durch die Politik, sondern durch die Unternehmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Teil der Verantwortung für Beschäftigung trifft deshalb die Sozialpartner. Ihre Lohn- und Tarifpolitik entscheidet maßgeblich über die Arbeitsbedingungen und damit auch über die Verhältnisse am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den Umfang von Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist in einer sozialen Marktwirtschaft eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle gesellschaftlichen Kräfte beitragen müssen.