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Arbeitsmarktpolitik

Abb. 1: Arbeitslose Personen insgesamt und Arbeitslosenquoten in Bayern im Zeitverlauf

Aktuelles

Bayerns Arbeitsmarkt im Oktober 2021

  • Die Arbeitslosenquote liegt mit 2,9 % unter dem Niveau des Vormonats (September 2021: 3,2 %) und sehr deutlich unter dem Vorjahreswert (Oktober 2020: 3,7 %). Die Arbeitslosenquote liegt erstmals seit Dezember 2019 wieder unter der Marke von drei Prozent.
  • 222.872 Menschen arbeitslos: Die Arbeitslosigkeit geht im Vormonatsvergleich spürbar zurück (- 18.382 Menschen bzw. - 7,6 %). Rückläufige Arbeitslosenzahlen sind im Oktober zwar saisonüblich und gehen im Wesentlichen auf den Beginn des Studien- und Ausbildungsjahres zurück. Die Belebung am Arbeitsmarkt fällt in diesem Jahr jedoch besonders deutlich aus, der Arbeitsmarkt in Bayern ist weiter auf Erholungskurs, auch immer mehr arbeitslose Menschen finden wieder in Arbeit.
  • Das Niveau des Vorjahres wird sehr deutlich unterschritten. Gegenüber Oktober 2020 ist die Arbeitslosigkeit um 55.111 Personen bzw. 19,8 % niedriger.
  • Der Ausbildungsmarkt in Bayern ist ein Bewerbermarkt, die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind weiterhin hervorragend. Auf dem bayerischen Ausbildungsstellenmarkt kommen aktuell auf jeden unversorgten Bewerber 14,4 nicht besetzte Ausbildungsstellen (1.085 unversorgte Bewerber haben die Auswahl unter 15.609 nicht besetzten Ausbildungsstellen). Das ist das bundesweit beste Verhältnis.
Abb. 2:Arbeitslosenquoten in Bayern und den Regierungsbezirken

Foto: StMAS

  • Nach aktuellen Hochrechnungen waren im Juli 2021 insgesamt rund 172.100 Beschäftigte in rund 24.100 Betrieben in Bayern in Kurzarbeit. Gegenüber Juni 2021 bedeutet dies einen Rückgang von rund 35 % (Beschäftigte in Kurzarbeit) bzw. 36 % (Betriebe in Kurzarbeit). Die Zahl neuer Anzeigen auf Kurzarbeit liegt im Oktober 2021 bei 688 betrieblichen Anzeigen für rund 21.600 Personen.
  • Bayern liegt mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 % – weiterhin sehr deutlich vor Baden-Württemberg (3,5 %) – bundesweit an der Spitze und weit unter dem Bundesdurchschnitt (5,2 %).
  • Im Vergleich der Regierungsbezirke kann die Oberpfalz mit einer Quote von 2,5 % auf die niedrigste Arbeitslosigkeit verweisen. Die Arbeitslosenquote liegt in allen Regierungsbezirken erfreulicherweise unter dem Niveau des Vormonats und deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Spreizung zwischen den Regierungsbezirken von aktuell 1,1 %-Punkten bewegt sich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.

Im Berichtszeitraum können 64 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte (rd. 67 %) eine Arbeitslosenquote von unter 3,0 % vorweisen. Der Landkreis Eichstätt liegt zusammen mit dem Landkreis Donau-Ries mit einer Arbeitslosenquote von jeweils 1,6 % bundesweit an der Spitze.

Arbeitslosenquote in den kreisfreien Städten und Landkreise Bayerns im Oktober 2021

unter 2,0 %
2,0 % bis 2,9 %
3,0 % bis 3,9 %
4,0 % bis 4,9 %
5,0 % und höher

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ingolstadt, Stadt3,3 %
München, Landeshauptstadt, Stadt4,3 %
Rosenheim, Stadt3,8 %
Altötting2,7 %
Berchtesgadener Land2,9 %
Bad Tölz-Wolfratshausen2,0 %
Dachau2,2 %
Ebersberg1,9 %
Eichstätt1,6 %
Erding2,0 %
Freising2,3 %
Fürstenfeldbruck2,8 %
Garmisch-Partenkirchen2,2 %
Landsberg am Lech2,4 %
Miesbach2,1 %
Mühldorf a.Inn3,0 %
München2,6 %
Neuburg-Schrobenhausen1,8 %
Pfaffenhofen a.d.Ilm2,0 %
Rosenheim2,2 %
Rosenheim2,2 %
Starnberg2,8 %
Traunstein2,1 %
Weilheim-Schongau2,3 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Landshut, Stadt3,9 %
Passau, Stadt4,5 %
Straubing, Stadt4,8 %
Deggendorf2,4 %
Freyung-Grafenau2,1 %
Kelheim2,4 %
Landshut2,3 %
Passau2,5 %
Regen2,5 %
Rottal-Inn3,0 %
Straubing-Bogen2,3 %
Dingolfing-Landau2,2 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Amberg, Stadt3,9 %
Regensburg, Stadt3,6 %
Weiden i.d.OPf., Stadt4,3 %
Amberg-Sulzbach2,2 %
Cham2,1 %
Neumarkt i.d.OPf.1,7 %
Neustadt a.d.Waldnaab2,5 %
Regensburg2,1 %
Schwandorf2,5 %
Tirschenreuth2,6 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Bamberg, Stadt4,0 %
Bayreuth, Stadt3,6 %
Coburg, Stadt4,8 %
Hof, Stadt5,2 %
Bamberg2,2 %
Bayreuth2,3 %
Coburg3,2 %
Forchheim2,5 %
Hof2,9 %
Kronach2,8 %
Kulmbach3,0 %
Lichtenfels3,1 %
Wunsiedel i.Fichtelgebirge3,8 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Ansbach, Stadt3,3 %
Erlangen, Stadt3,7 %
Fürth, Stadt4,9 %
Nürnberg, Stadt5,5 %
Schwabach, Stadt3,3 %
Ansbach2,2 %
Erlangen-Höchstadt2,2 %
Fürth2,8 %
Nürnberger Land2,2 %
Nürnberger Land2,2 %
Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim1,9 %
Roth2,1 %
Weißenburg-Gunzenhausen3,0 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Aschaffenburg, Stadt5,0 %
Schweinfurt, Stadt5,7 %
Würzburg, Stadt3,3 %
Aschaffenburg2,8 %
Bad Kissingen2,8 %
Rhön-Grabfeld2,4 %
Haßberge2,5 %
Kitzingen2,0 %
Miltenberg2,9 %
Main-Spessart1,7 %
Schweinfurt2,3 %
Würzburg1,9 %

KreisbezeichnungArbeitslosenquote
Augsburg, Stadt5,2 %
Kaufbeuren, Stadt3,8 %
Kempten (Allgäu), Stadt3,1 %
Memmingen, Stadt3,0 %
Aichach-Friedberg2,2 %
Augsburg2,4 %
Dillingen a.d.Donau2,0 %
Günzburg1,8 %
Neu-Ulm2,4 %
Lindau (Bodensee)2,2 %
Ostallgäu2,2 %
Unterallgäu1,9 %
Unterallgäu1,9 %
Donau-Ries1,6 %
Oberallgäu2,0 %
Abb. 3: Arbeitslose im Oktober 2021 mit Vergleich zum Vorjahresmonat: Bayern insgesamt und ausgewählte Personengruppen
  • Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Oktober weiterhin sehr hoch: Mit 138.016 gemeldeten offene Stellen haben im Vergleich zum September die Stellenmeldungen nochmal um 1.595 bzw. 1,2 % zugelegt. Gegenüber dem Vorjahr nehmen die Stellenmeldungen mit 42,2 % noch deutlicher zu. Gesucht sind insbesondere Fachkräfte.
  • Nach aktuellen Hochrechnungen waren im August 2021 5.741.800 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit die Beschäftigtenzahl um 72.300 Beschäftigte bzw. 1,3 % erhöht.
  • Bei einer Jugendarbeitslosenquote von 2,2 % sind 8.926 junge Menschen weniger arbeitslos als im Vorjahr (- 32,8 %). 1.085 unversorgte Bewerber haben die Auswahl unter 15.609 nicht besetzten Ausbildungsstellen. Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 Jahre und älter) reduziert sich zum Vorjahr um 9,4 % bzw. absolut um 9.365 Personen. Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen reduziert sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 % bzw. absolut um 1.138 Menschen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum September rückläufig, aber noch deutlich höher als im Vorjahr (+ 17,9 % bzw. absolut + 10.578). Die Zahl der arbeitslosen Ausländer liegt bei 68.828 Personen. Dies ist im Vorjahresvergleich ein Rückgang um 17.822 Personen bzw. 20,6 %.
  • Die Quote (vorläufig hochgerechnete Werte) der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter 65 Jahren ist in Bayern mit 3,1 % die mit großem Abstand niedrigste im Vergleich aller Bundesländer. Im Bund ist dieser Wert im Vergleich zu Bayern mehr als doppelt so hoch und beträgt 6,8 %.

Informationen

Hier erhalten Sie aktuelle Meldungen, Zahlen und Statistiken zu Bayerns Arbeitsmarkt:

Gesetzlicher Mindestlohn

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie (Tarifautonomiestärkungsgesetz) vom 11.08.2014 wurde zum 01.01.2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde für das ganze Bundesgebiet eingeführt (Art. 1 Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns – MiLOG). Zum 01.01.2017 wurde der Mindestlohn auf 8,84 Euro erhöht.
Ausnahmen sind u. a. für Auszubildende, ehrenamtliche Tätigkeiten, Orientierungspraktika, verpflichtende Praktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung, Jugendliche bis 18 Jahre ohne abgeschlossene Ausbildung, Langzeitarbeitslose für die ersten 6 Monate der Beschäftigung sowie befristet für Zeitungszustellerinnen und Zeitungszusteller vorgesehen.

Abweichungen waren in einer Übergangszeit für maximal drei Jahre bis 31.12.2017 durch bundesweite Tarifverträge repräsentativer Tarifpartner auf Branchenebene möglich, wenn sie als Mindestentgeltsätze nach den Regeln des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) erstreckt oder als Lohnuntergrenze nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgelegt wurden. Seit 01.01.2017 mussten abweichende Regelungen mindestens ein Entgelt von brutto 8,50 Euro pro Stunde vorsehen. Seit 01.01.2018 gilt das bundesweite gesetzliche Mindestlohnniveau uneingeschränkt.

Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig (erstmals erfolgt mit Wirkung zum 01.01.2017) von einer paritätisch besetzten und unabhängigen Kommission der Tarifpartner überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Mindestlohnkommission besteht aus einer/einem Vorsitzenden, sechs stimmberechtigten Mitgliedern und zwei beratenden Mitgliedern aus Kreisen der Wissenschaft (ohne Stimmrecht). Die stimmberechtigten Mitglieder der Kommission werden durch die Bundesregierung auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berufen.

Information

Auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie weitere Informationen zum Mindestlohn.

Bilanz 2020

Die Corona-Pandemie hat 2020 auf dem bayerischen Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Bayerns Arbeitsmarkt 2020

Bilanz 2020

Arbeitsmarkt 

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und arbeitsmarktrelevanten Rahmenbedingungen ist eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe. Bayern bringt sich hier aktiv auf Bundesebene ein und entwickelt beispielsweise im Bereich der Langzeitarbeitslosen, Jugendlichen und älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch eigene Konzepte (wie die Arbeitsmarktinitiative Ältere und Arbeitswelt).

Auf Landesebene arbeitet die Bayerische Staatsregierung eng mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Die Zusammenarbeit wurde Ende 2004 in einer Vereinbarung geregelt und erfolgt seitdem im Wesentlichen über einen regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsame Initiativen.

Instrumente 

Für eine nachhaltige Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist darüber hinaus eine innovative und für den bayerischen Arbeitsmarkt maßgeschneiderte aktive Arbeitsmarktpolitik notwendig. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Arbeitsmarktfonds (AMF) und der Europäische Sozialfonds (ESF). Kontinuierliche Beobachtungen des bayerischen Arbeitsmarkts, u. a. durch Auswertungen aus dem IAB-Betriebspanel für Bayern geben wichtige Hinweise zum Einsatz der Fördermittel. Ziel der Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist stets die Integration bzw. der Verbleib der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am ersten Arbeitsmarkt. Zielgruppen sind sowohl Arbeitslosengeld-I-Empfänger als auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger (Grundsicherung für Arbeitsuchende). Bereiche der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind beispielsweise berufliche Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen, berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung, Stärkung der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und kleinen und mittleren Unternehmen sowie arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit.

Fazit

Basis für eine positive Entwicklung am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt ist ein effizientes Zusammenwirken von Wirtschafts-, Fiskal-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Entscheidend ist letztlich, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze nicht durch die Politik, sondern durch die Unternehmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Teil der Verantwortung für Beschäftigung trifft deshalb die Sozialpartner. Ihre Lohn- und Tarifpolitik entscheidet maßgeblich über die Arbeitsbedingungen und damit auch über die Verhältnisse am Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den Umfang von Arbeitslosigkeit. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist in einer sozialen Marktwirtschaft eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der alle gesellschaftlichen Kräfte beitragen müssen.