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Bayerischer Aktionsplan QUEER
Sie wollen wissen, was in der Agenda für Vielfalt und gegen Ausgrenzung steht und was der Bayerische Aktionsplan QUEER für Ihren Alltag in Bayern bedeutet? Hier finden Sie Antworten – zu Sicherheit, Beteiligung, Arbeit und mehr.
FAQs zum Bayerischen Aktionsplan QUEER
Den Text des Aktionsplans finden Sie hier.
Der Bayerische Aktionsplan QUEER ist im Austausch mit vielen entstanden: LSBTIQ-Community, Verbände, Organisationen, Kommunen und engagierte Bürgerinnen und Bürger haben ihre Erfahrungen, Erwartungen und Ideen eingebracht. Dieses Praxiswissen ist in die Inhalte eingeflossen. Mitarbeitende des BJR und des JFF – Institut für Medienpädagogik haben den gesamten Prozess dokumentiert und ihn in einem Dokumentationsband zusammengefasst.
Dokumentation des Beteiligungsverfahrens zum Bayerischen Aktionsplan Queer
Verschiedene Politikfelder und Themenbereiche wie Inklusion, Integration, Jugendarbeit, politische Bildung sowie Prävention und Abwehr von Extremismus und Antisemitismus verfolgen das Ziel, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und Ausgrenzung zu verhindern. Sie sind Teil einer Agenda für Vielfalt und gegen Ausgrenzung.
Mit dem Aktionsplan QUEER wird die Agenda für Vielfalt und gegen Ausgrenzung um den Bereich LSBTIQ erweitert. Denn dieses Themenfeld war bislang nicht Teil der Agenda.
Der Aktionsplan soll den Alltag für LSBTIQ verbessern:
- mehr Schutz vor queerfeindlicher Gewalt,
- leichter Zugang zu Beratung,
- mehr Mitwirkung,
- Stärkung der Erinnerungsarbeit
- queersensibler Fokus in kommunalen Strukturen und in den Strukturen der Wohlfahrtsverbände und
- eine Arbeitswelt, in der LSBTIQ keine Benachteiligung fürchten müssen.
Damit das gelingt, sind wir alle gefordert – und genau das macht unser Miteinander stärker!
Wenn Sie LSBTIQ-feindliche Gewalt erleben, brauchen Sie starke Unterstützung:
- Polizistinnen und Polizisten fragen gezielt nach queerfeindlichen Motiven, erfassen solche Taten als politisch motivierte Straftaten in einer speziellen Statistik.
- Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, die sich mit Hate Crime auskennen, verfolgen Ihren Fall konsequent.
- Wichtig: Um queerfeindliche Straftaten verfolgen zu können, ist Ihre Anzeige wichtig! Eine Übersicht mit Hilfs- und Unterstützungsangeboten finden Sie im Infoletter „Sicherheit von LSBTIQ".
- Die Fachstelle „Strong!“ unterstützt Sie kostenlos – vor Ort oder online – und arbeitet darauf hin, ein zusätzliches Team in Nordbayern aufzubauen.
- In Mittelfranken, der Oberpfalz und in München melden sich nach Ihrer Anzeige Fachkräfte einer geeigneten Beratungsstelle, im Regelfall „Strong!“, aktiv bei Ihnen, wenn Sie das möchten.
Im Job zählt, dass Sie sich zeigen können, wie Sie sind. Ein Arbeitsplatz, an dem Bewerbungen fair laufen, ein Outing entspannt möglich ist und Kolleginnen und Kollegen respektvoll mit Ihnen umgehen, gibt Rückenwind. Studien belegen: Wo Menschen offen leben, steigen Zufriedenheit, Motivation und Kreativität – für alle.
Führungskräfte und Personalverantwortliche, die das stärken wollen, können die Unterstützung und Expertise der Stiftung PROUT AT WORK nutzen. Diese erarbeitet gerade eine digitale Wissensplattform voller Leitfäden, Trainings und guter Beispiele.
Der Bayerische Aktionsplan QUEER zielt auf Zusammenhalt. Eine Demokratie lebt davon, dass Mehrheiten die Rechte von Minderheiten schützen. Menschen aus Politik, Behörden, Community, Verbänden und Kommunen arbeiten zusammen daran, dass LSBTIQ sicher und respektiert leben können – gestützt auf die gemeinsamen Werte des Grundgesetzes. Das geht uns alle an.
Ziel: mehr Sicherheit, Toleranz, Respekt und Zugehörigkeit im Alltag. Für LSBTIQ und für das starke Miteinander in Bayern.
Auf jeden Fall! Der Plan bündelt, was schon läuft – etwa das LSBTIQ-Netzwerk Bayern mit der Fachstelle „Strong!“, proaktive Beratung in drei Polizeipräsidien, LSBTIQ-Fortbildungen, queere Jugendarbeit sowie Präventionsprojekte und ergänzt es um neue Schritte, Fachtage, Vor-Ort-Projekte und Fortbildungen.
Der Plan ist bewusst als Startpunkt angelegt und für neue Maßnahmen offen. Vor allem ist er ein klares Zeichen für Miteinander und gegen Ausgrenzung.
Teile sind schon in der Fläche angekommen: LSBTIQ-Fortbildungen für Fachkräfte, das wachsende LSBTIQ-Netzwerk, Projekte wie „QueerStart“ im ländlichen Raum sowie Jugendverbände und politische Bildung.
Konkret geplant sind unter anderem eine neue Beratungsstelle in der Oberpfalz, eine nordbayerische Außenstelle von „Strong!“, ein LSBTIQ-Seminar an den Schulen für Dorf- und Landentwicklung sowie eine Fortbildungsveranstaltung der Ämter für Ländliche Entwicklung.
LSBTIQ haben erlebt, dass Anzeigen ins Leere laufen oder keine queerfeindlichen Motive angesprochen wurden. Genau an dieser Stelle bewegt sich viel:
- Polizistinnen und Polizisten führen eigene Statistikdaten zu LSBTIQ-feindlichen Straftaten,
- werden hierfür entsprechend aus- und fortgebildet und
- habenfeste Ansprechpersonen für Hasskriminalität in jedem Polizeipräsidium und auf jeder Polizeiinspektion. Staatsanwältinnen und Staatsanwälte mit Schwerpunkt Hate Crime treiben Verfahren gemeinsam mit der Fachstelle „Strong!“ voran.
In Mittelfranken, Oberpfalz und München melden sich Fachkräfte von „Strong!“, B.U.D. oder WEISSEM RING nach einer Anzeige aktiv bei Ihnen, wenn Sie das möchten. Fachtage, vertrauensbildenden Maßnahmen vor Ort und die Kampagne „Zeig Flagge. Zeig’s an!“ bringen Community, Polizei und Justiz an einen Tisch und bauen Schritt für Schritt Vertrauen auf – mit jeder Begegnung, in der jemand genau hinhört, nachfragt und dranbleibt.
Der Aktionsplan QUEER trägt Ihre Handschrift: Menschen aus der LSBTIQ‑Community, aus Initiativen, Verbänden, Kommunen und Zivilgesellschaft haben seit 2023 in Runden Tischen, Arbeitsgruppen, Regionalkonferenzen und einer Online‑Beteiligung ihre Erfahrungen, Ideen und Kritik eingebracht; Fachleute des JFF haben diesen Prozess vollständig festgehalten.
Beteiligung bleibt wichtig. In verschiedenen landesweiten Gremien werden LSBTIQ-bezogene Fragestellungen aufgerufen. Der LSVD⁺-Verband Queere Vielfalt in Bayern sitzt zusätzlich im Beirat des Bayerischen Sozialberichts und lenkt den Blick auf die Lebenslagen von LSBTIQ. Das bayernweite LSBTIQ‑Netzwerk bringt seine Perspektive unter anderem im Netzwerk „Bayern gegen Einsamkeit" ein. Die Lenkungsgruppe bleibt aktiv und Netzwerkveranstaltungen geben weiterhin Impulse.
Der Aktionsplan schafft in Bayern eine Kommunikations- und Netzwerkplattform. LSBTIQ haben damit feste Plätze, Ansprechpersonen und Formate, in denen Sie den Kurs mitprägen können.
Der Plan schaut ausdrücklich auf Gruppen mit erhöhtem Risiko: etwa LSBTIQ, die von Hasskriminalität betroffen sind, geflüchtete LSBTIQ, queere Menschen im Justizvollzug, junge LSBTIQ sowie wohnungs- und obdachlose LSBTIQ. Beispiele:
- Gewaltschutzkonzept und Fortbildungen in ANKER- und Gemeinschaftsunterkünften,
- drei spezialisierte Beratungsstellen für geflüchtete LSBTIQ
- besondere Standards im Justizvollzug
- ein Projekt zu LSBTIQ und Radikalisierung
- ein Projekt zu Wohnungs- und Obdachlosigkeit sowie
- diversitätssensible Gesundheitsförderung und Prävention.
Foto: StMAS
Was soll der Bayerische Aktionsplan QUEER bewegen?
Sie sollen als LSBTIQ in Bayern sicherer, freier und sichtbarer leben können: mit weniger Hass und Gewalt, leichterem Zugang zu Beratung, starken Netzwerken vor Ort und fairen Chancen im Job. Überall in Bayern soll ein selbstbestimmtes Leben möglich sein – ohne Angst, mit Respekt und echter Teilhabe.
Sozialministerin Ulrike Scharf: „Die Zeit ist reif für einen Aktionsplan in Bayern. Jeder Mensch soll so sein, wie er ist, unabhängig von der geschlechtlichen Identität und von der sexuellen Orientierung. Ich kämpfe dafür, dass sich alle Menschen in Bayern frei entfalten können. “
Was bringt Ihnen der Bayerische Aktionsplan QUEER ganz konkret?
Neue Anlaufstellen und bessere Beratung, mehr Schutz vor Hass und Gewalt, stärkere Mitsprache in Politik und Jugendarbeit, Gesundheit und Sozialarbeit sowie Arbeitgeber, die Vielfalt ernst nehmen.
Die Maßnahmen zeigen auf, wo wir heute stehen und was wir uns als Nächstes vornehmen, damit Sie mehr Sicherheit, Unterstützung und Respekt erleben. So erkennen Sie schnell, welche Veränderungen bei Ihnen vor Ort und in Ihrem Alltag ankommen sollen.
Sicherheit von LSBTIQ
Queerfeindliche Straftaten sind auch in Bayern Realität. Wer sie erlebt, findet heute mehr Unterstützung als je zuvor:
Speziell geschulte Polizistinnen und Polizisten erfassen LSBTIQ-feindliche Straftaten nach bundesweit einheitlichen Kriterien in einer Statistik, um die Lageentwicklung besser analysieren zu können.
- Bei der Bayerischen Polizei wurde im Februar 2023 das Amt des Beauftragten gegen Hasskriminalität, insbesondere Antisemitismus (BgH), etabliert. Dadurch sollte eine kontinuierliche, persönliche und überregionale Ansprechbarkeit für die Betroffenengruppen gewährleistet und die Bedeutung der Bekämpfung von Delikten der Hasskriminalität hervorgehoben werden.
- Die Fachstelle Strong! ist kostenlos und auch online erreichbar.
- In Mittelfranken, Oberpfalz und München melden sich spezialisierte Beraterinnen und Berater von Strong! nach Ihrer Anzeige aktiv bei Ihnen, wenn Sie das möchten.
2026:
- erhalten Polizistinnen und Polizisten zusätzliche Fortbildungen,
- baut das Team von Strong! eine Außenstelle in Nordbayern auf,
- läuft die Kampagne „Zeig Flagge. Zeig’s an!” in ganz Bayern.
So bekommen Sie nach einem Übergriff schnell Hilfe.
Mitwirkung und Sensibilisierung
Schon heute stärken viele Akteurinnen und Akteure in Bayern queere Perspektiven, zum Beispiel durch:
- Jugendarbeit: etwa queere Jugendtreffs und -projekte
- Fortbildungen für Fachkräfte: zum Beispiel LSBTIQ-Sensibilisierung in Pädagogik, Verwaltung, Sozialer Arbeit
- Gesundheits- und Beratungsangebote: mit diversitätssensibler Prävention und LSBTIQ-spezifischer Beratung
Von 2025 bis 2027 zieht der Bayerische Aktionsplan QUEER dieses Netz enger, unter anderem durch:
- Fachtage, zum Beispiel 2026 zu den digitalen Lebenswelten junger LSBTIQ
- Schwerpunktfortbildungen für Beschäftigte in der Verwaltung
- spezielle Angebote im ländlichen Raum und in der politischen Bildung
- Veranstaltungen zu queerbezogener Erinnerungsarbeit
Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Miteinander
Als LSBTIQ erleben Sie in Ihrem Alltag immer noch Ausgrenzung und Polarisierung, auch wenn sich in Bayern bereits viele gesellschaftliche Akteurinnen und Akteure, Kommunen und Verbände für queere Themen einsetzen.
Ab 2026:
- unterstützt der Freistaat kreisfreie Städte und die Freie Wohlfahrtspflege zeitlich befristet bei der Entwicklung eigener LSBTIQ-Konzepte (erste Partnerin: Stadt Augsburg),
- bringt ein Fachtag des StMAS Bayern Kommunen, Verbände und das LSBTIQ‑Netzwerk zusammen, damit sie gute Beispiele teilen und sich dauerhaft vernetzen.
Für Sie bedeutet das: mehr Orte, an denen Menschen LSBTIQ selbstverständlich einbeziehen und respektieren.
Beratung und Unterstützung
Als LSBTIQ in Bayern finden Sie heute bereits ein wachsendes Netzwerk:
spezialisierte Beratungsstellen, Treffpunkte und
Fortbildungsangebote wie die „LSBTI‑Fortbildungen Bayern“. Ziel ist, dass Regelangebote und queerspezifische Anlaufstellen eng zusammenarbeiten und Sie diese Angebote über das Queere Netzwerk Bayern (QNB) leicht finden. Die Maßnahmen umfassen:
- eine neue Beratungsstelle in der Oberpfalz,
- eine nordbayerische Außenstelle der Fachstelle „Strong!“,
- die Initiative „QueerStart“ für Jugendgruppen im ländlichen Raum,
- weiterentwickelte LSBTIQ‑Fortbildungen für Fachkräfte.
Für Sie heißt das:
kürzere Wege, besser vernetzte Angebote und Ansprechpersonen, die wissen, was Sie brauchen.
Arbeitswelt
Als LSBTIQ in Bayern erleben Sie im Job trotz aller Fortschritte oft noch Stigmatisierung und Benachteiligung: Viele outen sich am Arbeitsplatz gar nicht oder nur teilweise und berichten von Mobbing, schlechteren Karrierechancen und einem höheren Risiko, arbeitslos zu sein.
Damit sich Ihre Situation verbessert, setzt der Bayerische Aktionsplan QUEER auf praxisnahe Unterstützung. Arbeitgeber können zum Beispiel:
- Leitbilder und HR‑Prozesse LSBTIQ‑freundlich gestalten,
- Diskriminierung gezielt abbauen,
- Netzwerke für queere Beschäftigte fördern,
- Führungskräfte schulen.
Ab 2026:
Mit PROUT AT WORK entsteht eine digitale Wissensplattform mit Leitfäden, Trainings und Best-Practice-Beispielen; Austauschformate vernetzen engagierte Unternehmen und Verwaltungen.
Infoletter Sicherheit von LSBTIQ
Sie oder jemand in Ihrem Umfeld haben LSBTIQ-feindliche Straftaten erlebt? Unser Infoletter zeigt Ihnen, wer in Bayern an Ihrer Seite steht: von der unabhängigen Fachstelle Strong! über B.U.D. und BEFORE bis zu speziell geschulten Beauftragten der Polizei gegen Hasskriminalität, insbesondere Antisemitismus. Hier finden Sie kostenfreie Beratung, Hilfe bei Hate Speech, Tipps zur Beweismittelsicherung sowie Kontakte für Geflüchtete und regionale LSBTIQ-Beratungsstellen.
Was ist das Queere Netzwerk Bayern?
Sie suchen queere Beratung, Treffpunkte oder Veranstaltungen in Bayern – ohne lange Recherche? Das Queere Netzwerk Bayern (QNB) bringt LSBTIQ-Beratungsstellen, Community-Angebote und Termine aus ganz Bayern auf eine gemeinsame Plattform – übersichtlich, kostenfrei und offen für alle.
Der Weg zum Bayerischen Aktionsplan QUEER
- Juli 2023: Auftakt-Runder-Tisch im StMAS Bayern, Online-Beteiligungsplattform und Regionalkonferenzen
- 2024: Breites Beteiligungsverfahren mit fünf Arbeitsgruppen.
- Juni 2025: Abschluss des Beteiligungsverfahrens und zweiter Runder Tisch.
- Ab Anfang 2026: Erste Projektförderungen zur Flankierung des Aktionsplans.
- Juni 2026: Ministerrat beschließt Agenda für Vielfalt und gegen Ausgrenzung
Beteiligungsverfahren
Der Aktionsplan QUEER ist im Dialog entstanden: LSBTIQ-Community, Verbände, Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger haben ihre Erfahrungen, Kritik und Ideen eingebracht und der Dialog wird fortgeführt. Anhand der nachstehenden Dokumente und Pressemeldungen lässt sich jeder Schritt dieses Weges nachvollziehen.
Den vollständigen Dokumentationsband zum Beteiligungsverfahren, erstellt vom JFF – Institut für Medienpädagogik, finden Sie hier.
Öffentlichkeitsarbeit im Überblick
- Text der Agenda für Vielfalt und gegen Ausgrenzung
- Pressemitteilung vom 16.06.2026: Ministerrat beschließt Agenda für Vielfalt und gegen Ausgrenzung>
- Bericht aus der Kabinettssitzung vom 16.06.2026
- Pressemeldung zum Bayerischen Aktionsplan QUEER vom 21.01.2026
- Pressemeldung zum zweiten Runden Tisch vom 30. Juni 2025
- Pressemeldung zum Auftakt des Beteiligungsverfahrens vom 14.01.2024
- Pressemeldung zum Runden Tisch vom 26.07.2023
- Protokoll des Runden Tisch 26.07.2023
- Follow-up-Schreiben zum Runden Tisch vom 16.10.2023
- Pressemeldung zum Aktionsplan QUEER vom 14.06.2023
- Pressemeldung des BJR vom 28.11.2023
- Informationen zum Beteiligungsverfahren